06.08.09   12:03 Uhr
Autor: Redaktion

Steht die nächste Krise schon vor der Türe?

Liebe Mitglieder,

in den Medien macht sich langsam bereits Entspannung breit. Die Talsohle der Wirtschaftskrise scheint erreicht, nun soll es evtl. langsam wieder bergauf gehen.

Wurde genug getan, damit sich diese Krise nicht wiederholt?
Einige behaupten, die Banken würden bereits wieder in alte Mechanismen zurückfallen und möglicherweise die nächste Krise einleiten.

Tut der Staat genug? Kann er überhaupt etwas tun?
Was sollte oder wird Ihrer Meinung nach geschehen?

Ihr Politik Forum Deutschland Team!


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BeiträgeAutorDatum
Steht die nächste Krise schon vor der Türe?Redaktion06.08.09   12:03 Uhr
    Manche tun so als sei nix geschehen...Camus06.08.09   16:27 Uhr
        JETZT - nicht später. - Jetzt müssen wir´s angehen.LockeJ06.08.09   18:22 Uhr
            Um eine Änderung des Strafrechts kommt man nicht umhin.rudolfo06.08.09   19:32 Uhr
            Neues Finanzmarktrecht ist zumindest eu-weit in Arbeit...DerKleinePrinz08.08.09   10:34 Uhr
    Nach der Krise - Ist vor der Krise!orbitter06.08.09   23:14 Uhr
    Ursache und Wirkung!Sozialknight12.08.09   10:00 Uhr
        Schlimmer wird´s nimmer ...LockeJ17.08.09   21:05 Uhr

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06.08.09   16:27 Uhr Antwort auf: Steht die nächste Krise schon vor der Türe?
Autor: Camus

Manche tun so als sei nix geschehen...

Hallo,

:Wurde genug getan, damit sich diese Krise nicht wiederholt?
:Einige behaupten, die Banken würden bereits wieder in alte Mechanismen zurückfallen und möglicherweise die nächste Krise einleiten.

Ich finde man kann nur schwer beurteilen, ob genug oder das richtige getan wird oder wurde.

Das einzige was wohl sicher ist, daß es richtig war die Banken zu retten um den Gau zu verhindern. Auch hat wohl das "Rettungspaket" im internationalen Ranking nicht schlecht abgeschnitten.

Was mich aber stört ist, daß ich nicht den Eindruck habe, daß die "Hauptverursacher" ausreichend Einsicht oder gar Reue empfinden.

Aus den USA hört man sogar Nachrichten, daß das alte System mit anderen Bezeichnungen bzw. Finanzprodukten sich langsam wieder zu etablieren scheint.


Grüße,
Camus



06.08.09   18:22 Uhr Antwort auf: Manche tun so als sei nix geschehen...
Autor: LockeJ

JETZT - nicht später. - Jetzt müssen wir´s angehen.

Ich denke, daß dies nicht nur in den USA geschieht.
Auch hierzulande gehen die Banken wieder zu den "alten" Geschäftspraktiken über. Was soll ihnen auch passieren, wenn "Papa Staat" den Rettungsfallschirm bereit hält?

Nein. - Ich kann mit Deiner These nicht übereinstimmen.

Die unbedingte (also bedingungslose) Rettung der deutschen Banken halte ich für den falschen Schritt, da sie vermeidet, daß die Spekulanten die Rechnung für ihre Zockerei bekommen.
Es ist keine Lösung, die daraus resultierende Schuldenlast nachfolgenden Generationen aufzubürden und dann so weiter zu machen, als sei nichts geschehen.

Wir müssen jetzt (!) handeln.

und

Wir müssen die Konsequenzen aus dieser Misere jetzt (!) ausbaden.

Immer nur einen Schuldenberg vor sich her zu treiben, ist keine Lösung für Probleme.

Wenn wir diese Probleme nicht jetzt lösen, werden wir uns später den Fragen unserer Kinder und Enkel stellen müssen, warum wir ihr Geld ausgegeben haben.


06.08.09   19:32 Uhr Antwort auf: JETZT - nicht später. - Jetzt müssen wir´s angehen.
Autor: rudolfo

Um eine Änderung des Strafrechts kommt man nicht umhin.

Ich würde Dir im Prinzip beipflichten.Aber man sollte zunächst den G20 -Gipfel Ende September in Pittsburg USA abwarten. Internationale Vereinbarungen sind auf diesem Sektor unerlässlich. Ich hoffe, da wird sich einiges tun, wenngleich vermutlich nicht alle unsere Erwartungen erfüllt werden. Da werden vermutlich Washington und London auf die Bremse treten. Trotz dieses Widerstandes werden doch etlich wirksame Kontrollen beschlossen werden. Die sollten wir abwarten. Eher könne wir auch wegen der Bundestagswahl gar nicht handeln. Aber danach müssen wir unzureichende internationale Kontrollen durch zusätzliche nationale Kontrollen ergänzen.

Nationale wie internationale Kontrollbehörden müssen unbedingt personell aufgestockt werden. Dann kann hoffentlich das Bundesamt für Finanzdienstleistungsaufsicht frühzeitig erkennen, wenn eine Bank zu große Risiken eingegangen ist und Insolvenz droht. In diesem Zusammenhang gefällt mir der Vorschlag Guttenbergs in solch einem Fall die Bafin zu erächtigen, eine Art Zwangsverwaltung für diese Bank durchzuführen und auch den Vorstand auswechseln zu können.

das Verhalten der Bankmanger ist oft nur erklärbar, weil Goßbanken sicher sein konnten, dass der Staat sie retten würde, weil das gesamtwirtschaftlich erforderlich ist.

Für mich ist das kriminell. Aber mit dem bestehenden Strafrecht juristisch schwierig zu beweisen. Deshalb wäre ich für eine entsprechende Änderung ses Strafrechts.


06.08.09   23:14 Uhr Antwort auf: Steht die nächste Krise schon vor der Türe?
Autor: orbitter

Nach der Krise - Ist vor der Krise!

Erstens glaube ich nicht wie von einigen "Wirtschaftsweisen"und Medien postuliert das diese Krise die Talsohle durchschritten hätte.Für solche Prophezeihungen gibt es weder wirtschaftlich noch finanzpolitisch auch die kleinste Veranlassung.Das widerspricht dem derzeitigen Erscheinungsbild des Systems der Weltwirtschaft.Optimismus versprühen zu Zeiten der tiefsten Krise ist schließlich auch Ausdrucksform dessen was eigentlich bekämpft werden sollte, nämlich die Krise.


08.08.09   10:34 Uhr Antwort auf: JETZT - nicht später. - Jetzt müssen wir´s angehen.
Autor: DerKleinePrinz

Neues Finanzmarktrecht ist zumindest eu-weit in Arbeit...

:Ich denke, daß dies nicht nur in den USA geschieht.
:Auch hierzulande gehen die Banken wieder zu den "alten" Geschäftspraktiken über. Was soll ihnen auch passieren, wenn "Papa Staat" den Rettungsfallschirm bereit hält?
:
:Nein. - Ich kann mit Deiner These nicht übereinstimmen.
:
:Die unbedingte (also bedingungslose) Rettung der deutschen Banken halte ich für den falschen Schritt, da sie vermeidet, daß die Spekulanten die Rechnung für ihre Zockerei bekommen.
:Es ist keine Lösung, die daraus resultierende Schuldenlast nachfolgenden Generationen aufzubürden und dann so weiter zu machen, als sei nichts geschehen.
:
:Wir müssen jetzt (!) handeln.
:
:und
:
:Wir müssen die Konsequenzen aus dieser Misere jetzt (!) ausbaden.
:
:Immer nur einen Schuldenberg vor sich her zu treiben, ist keine Lösung für Probleme.
:
:Wenn wir diese Probleme nicht jetzt lösen, werden wir uns später den Fragen unserer Kinder und Enkel stellen müssen, warum wir ihr Geld ausgegeben haben.

Die Lösungen für die Lücken im Finanzsystem werden auch akribisch gesucht. Jedoch ist das Ganze nun mal nicht so einfach, wie es die Medien uns gerne glauben machen wollen. Man weiß auch wo die Fehler liegen.

Woran man arbeitet sind gemeinsame international verbindliche Richtlinien für möglichst alle Länder, um die Finanzmärkte dauerhaft vor solchen Krisen und ihren Ursachen zu schützen. Sollte es wiedererwarten dazu kommen, dass man international sich darüber nicht einig wird, was angesichts der zurückufernden Bemühungen der Amerikaner absehbar ist, kann zumindest immernoch die EU als auch die einzelnen EU-Staaten eigene Vorkehrungen im Finanzmarktrecht treffen.

Dies wird zwar neue Wirtschaftskrisen auf der Welt nicht verhindern, was so wieso unmöglich ist, aber zumindest müssten wir Steuerzahler in Deutschland dann nicht mehr für die Fehler anderer Leute büßen - das wäre möglich.

Und daran arbeiten auch alle EU-Staaten wie verrückt, da die Europäer die Schnauze voll davon haben, für jeden Mist den die Amerikaner verzapfen, bisher waren ja auch die Amerikaner für jede Wirtschaftskrise auf der Welt seit dem 19. Jahrhundert schuld, zu Kasse gebeten zu werden.

Gruß
DerKleinePrinz


12.08.09   10:00 Uhr Antwort auf: Steht die nächste Krise schon vor der Türe?
Autor: Sozialknight

Ursache und Wirkung!

Ich bin zwar kein Finanzexperte, aber die, die etwas davon verstehen sagen fuer Herbst dieses Jahres einen erneuten Daempfer voraus.

Mir geht es aber um etwas anderes, naemlich wie es zur Finanzkrise kommen konnte und das ist meiner Meinung nach die unendliche Gier nach noch mehr Reichtum.

Ich muss jetzt ganz vorsichtig schreiben, denn es geht um den 11.09.2001.

Zunaechst eine kleine Einfuehrung:
An der Boerse gibt es Bear (Baer) und Bull (Bulle), wofuer Baer fuer fallende und Bulle fuer steigende Kurse steht.

Was jedes Kind sofort versteht:

Wenn ich eine Aktie kaufe, sie eine bestimmte Zeit lang halte und ihr Wert steigt, kann ich sie gewinnbringend verkaufen.
Verliert sie aber an Wert, so kann ich sie mit Verlust verkaufen und habe mit Zitronen gehandelt oder aber halte sie weiterhin in der Hoffnung, dass sie eines Tages doch noch steigt. Auch hier kann es wieder passieren, dass der Wert der Aktie weiter sinkt und der Verlust noch groesser wird oder aber es geht tatsaechlich gut.

Was kaum ein Kind versteht, versteht so manch Erwachsener (so ging es mir zumindest) auch nicht:

Der Termin- und Optionshandel.

Bleiben wir beim Terminhandel.
Hier kann man auf Aktien als auch Aktienidizes ,,wetten" und zwar derart, dass man entweder sagt, der Index wird bis zum bestimmten Datum so und so weit steigen oder aber auch fallen.

Hier kann man also auf fallende Kurse wetten und trifft dies zu, so kann man sich auf reichlich Gewinne freuen, obwohl tatsaechlich der Kurs fiel.

Das ist absolute Zockerei und somit Turbokapitalismus und im hoechsten Grade gefaehrlich.

Jetzt kommt Osama ins Spiel.
Es heisst, er steckt hinter dem Anschlag.
Nun, da er als Einziger oder zumindest einer der Wenigen von dem Anschlag wusste war ihm klar, wo der Dow Jones hinfuehrt. (Und im Schlepptau die weltweit anderen Indizes auch...)
Er hat also durch Terror seinen ohnehin schon nicht unerheblichen Reichtum vermehrfacht, wenn er schlau war.

Wer sagt denn, dass es bei der Finanzkrise nicht aehnlich von statten ging?
Mehrere Grossbankiers sprechen sich ab und vergeben bewusst keine Kredite mehr.

Nur sie wissen, was es nach sich zieht, naemlich eine weltweite Finanzkrise.

Ich behaupte nicht, dass es so geschehen ist, aber dieses Szenario ist durchaus denkbar.

Das gewinnbringende Handeln auf fallende Kurse sollte abgeschafft werden, da es zu Insidergeschaeften verlockt.
(Und das ist noch das harmlose Szenario!)

Ich hatte anfangs erwaehnt, dass ich hier vorsichtig schreibe. Wer zwischen den Zeilen lesen kann ist klar im Vorteil.


17.08.09   21:05 Uhr Antwort auf: Ursache und Wirkung!
Autor: LockeJ

Schlimmer wird´s nimmer ...

Das "Wetten" auf fallende Aktienkurse halte ich noch für vergleichsweise überschaubar. - Insidergeschäfte wirst Du auch mit den härtesten Gesetzen nicht unterbinden. - Dazu kann man damit (vermutlich) zu viel Geld verdienen.

Wenn aber sogenannte "Finanzprodukte" gehandelt werden, von denen noch nicht mal mehr die Bänker verstehen, wie sie funktionieren, da sollte man einschreiten.

Meiner Meinung nach sollte man jede Bank krepieren lassen, die nicht wirtschaften kann.
Mit Dir und mir würden sie es doch nicht anders machen.

Nein - Eine Bank die nicht wirtschaften kann muß vom Markt.
Gibt´s nicht ´nen alten Spruch, daß ein fauler Apfel den ganzen Korb verdirbt? - Genau so ist´s mit den Banken.

Besser die faulen Kredite gehen hopps und die spekulativen Bänker gleich mit, bevor es später das ganze System mitreißt.

Obwohl - wenn ich so überlege ...!
Macht ruhig weiter - schlimmer wird´s nimmer!


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