01.03.10   23:01 Uhr
Autor: Brandon

ein Mann um den wir Amerika beneiden können, .....

"Im Diskurs der amerikanischen Anarchisten steht Zerzan für eine radikale Abkehr von der Linken. Er schrieb gegen die letzten Idealisten eines traditionellen Anarchismus an, der sich in den Texten von Murray Bookchin und Bob Black längst in ermüdenden Ideologiescharmützeln auszehrte. Zerzan steht aber auch in der Tradition der radikalen Ökobewegung des pazifischen Nordwestens. Vom zivilen Widerstand der Ruckus Society und der Organisation Earth First bis zur gezielten Sabotage der Earth Liberation Front wurde diese Bewegung zunehmend ausgegrenzt und vom FBI inzwischen zur terroristischen Bewegung mit dem Gefährlichkeitsgrad der al-Qaida erklärt. "Eco-Terrorism" lautet der offizielle Begriff für all jene, die Luxuswagen abfackeln und Holzfäller sabotieren."

Zerzan ist ein fundamental Kritiker, der auch nicht davor zurückschreckt, dieser entfremdenden Zivilisation den Rücken zu kehren und für eine Rückkehr in die Steinzeit einzutrteten bereit ist.

http://www.sueddeutsche.de/kultur/715/319587/text/

http://www.hossli.com/articles/2000/09/14/%C2%ABzerstorung-ist-ein-anfang%C2%BB/

Zerzan im Interview:

"Frage: Anarchie scheint als Gesellschaftsform illusorisch. Statt dessen formieren sich einflussreiche Nicht-Regierungs-Organisationen (NGO), die der WTO oder der Weltbank auf die Finger gucken.
Zerzan: Da irren Sie sich. Zum ersten Mal seit den Sechziger Jahren gedeiht wieder eine radikale, schlagkräftige Widerstandsbewegung, auf lokaler und globaler Ebene. Sie ist komplett anarchistisch. Die Linke, die den Staat noch immer stärken will, hat ausgedient. Vermehrt verbreitet sich die Überzeugung, es reiche nicht mehr, die staatlichen Institutionen und Konsumkonglomerate humaner zu machen. Man muss sie loswerden. Nur so überwinden wir die ökologisch-menschliche Krise und schaffen die friedfertige Gesellschaft."

---------- Zerzan hat eine klare Vorstellung von einer anderen Gesellschaft und einer Lebensform zu der wir zurückkheren sollten, zurück zu mehr Freiheit und weniger Unterdrückung. Er ist der Mann, von dem in Deutschland, obwohl er seit 1995 mehrere Bücher geschrieben hat, noch keines übersetzt worden ist. Es ist eventuell zu gefährlich für Deutschland oder ist er der Mann auf den die Kritiker einer ansonsten gemäßigten harmlosen Sozialkritik nur gewartet haben?
Zerzan polarisiert und denkt weiter!

Filmlinks:

http://www.youtube.com/watch?v=0gD6wEpybQw

http://www.youtube.com/watch?v=lV9Cfj_CQO0&feature=related

123.



Alle Beitäge in diesem Diskussionsfaden


BeiträgeAutorDatum
ein Mann um den wir Amerika beneiden können, .....Brandon01.03.10   23:01 Uhr
    Dieser Mann scheint hier nicht auf Interese zu stoßen, .Brandon30.03.10   22:19 Uhr
        Ein anderer Weg - aber auch ein besserer?JustMe31.03.10   09:04 Uhr
        ökologischer Beitrag...JustMe31.03.10   09:34 Uhr
            Ökologischer Beitrag als Denkansatz, sicher ...Brandon31.03.10   13:50 Uhr
                Der Mensch ist ein Schmarotzer...JustMe31.03.10   15:10 Uhr
                    Tja und in der Summe, wirklich "Steigerung" und IntensivierungBrandon31.03.10   16:28 Uhr
                        Irrlichter...JustMe31.03.10   17:34 Uhr
                            Sorry, sie sind ein "elender" Schwätzer! *s*Brandon01.04.10   14:04 Uhr
                            Ah, noch eine Statistik bezüglich Welternährung und Lebensmittel:Brandon01.04.10   14:15 Uhr
                    Mit Verlaub:Mediculus02.04.10   12:20 Uhr
                        Sophisterei, wen meinen sie bitte konrekt?Brandon02.04.10   13:42 Uhr
                        Soziale Trendwende...JustMe02.04.10   14:33 Uhr
                        Just Me..Mediculus03.04.10   09:58 Uhr
            Pferd von hinten...freidenker01.04.10   15:48 Uhr
                Da ist gar kein Pferd, freidenker. Es ist ein Muli, ...JustMe02.04.10   15:16 Uhr

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30.03.10   22:19 Uhr Antwort auf: ein Mann um den wir Amerika beneiden können, .....
Autor: Brandon

Dieser Mann scheint hier nicht auf Interese zu stoßen, .

Schade, naja man wird noch von ihm hören.

Ich empfehle seine Texte und Videos, leider zum großen Teil auf Englisch, daher nichts für Familie "Westerwelle",.....


31.03.10   09:04 Uhr Antwort auf: Dieser Mann scheint hier nicht auf Interese zu stoßen, .
Autor: JustMe

Ein anderer Weg - aber auch ein besserer?

: ... der auch nicht davor zurückschreckt, ... und für eine Rückkehr in die Steinzeit einzutrteten bereit ist.

Das könnte daran liegen, dass Anarchie in der Geschichte stets ein Übergangsstadium zu noch Schlechterem war. Mag sein, dass es eines Tages, wenn alle Menschen ein extrem hohes Bildungsniveau besitzen und "Machtgier" - aus welchen Gründen auch immer - ausgestorben ist, ein interessantes gesellschaftliches Konstrukt ist. Bis dahin jedoch ist jede Machtlücke auch zugleich Anreiz und Ansporn. Und es bedarf nur eines einzigen Menschen, der machtgierig genug ist, um anarchistische Träume platzen zu lassen...

: Zerzan hat eine klare Vorstellung von einer anderen Gesellschaft und einer Lebensform zu der wir zurückkheren sollten, zurück zu mehr Freiheit und weniger Unterdrückung.

Viele Menschen haben "klare Vorstellungen" von dem, was sie wollen. Auch Herr Westerwelle hat eine klare Vorstellung, wenn er sein Urteil über 35% der deutschen Bevölkerung fällt; auch Hitler hatte eine klare Vorstellung von dem, was er wollte.

Wir können also ohne weiteres konstatieren, dass "klare Vorstellung" und "vernünftige Vorstellung" nicht zwingend deckungsgleich sind. Und zu einer "vernünftigen Vorstellung" gehört vor allem die Frage: "Qui bono? - Wem nutzt es?" Wem nutzt eine Rückkehr in die - auch medizinische - Steinzeit, die mit der - aus meiner Sicht naiven - Hoffnung verbunden ist, dass heute Mächtige vergessen, was Macht bewirken kann?

(Und was, bitte, soll "zurückkehren" heißen? In welcher Ordung gab es denn jemals "mehr Freiheit und weniger Unterdrückung"?)

Allerdings, und das gebe ich gern zu, hat er den wichtigsten Punkt, die "gesellschaftliche Sollbruchstelle" durchaus erkannt: Eigentum. Und er tritt auf seine Art dagegen an. Ob es allerdings eine bessere oder einfach nur eine andere Art ist, bleibt wohl eine Frage der Ziele: Rückschritt oder Fortschritt; jedenfalls muss es sich bewegen --- doch in welche Richtung, da hat wohl jeder seine eigene Vorstellung; auch wenn wir uns an einer Stelle einig sind: Der aktuelle Status ist menschenverachtend und vernichtet unsere Lebensgrundlage und damit auch uns...

Übrigens: Ein Tipp zum Nachdenken. Wie, glauben Sie, Brandon, würde sich die Welt verändern, wenn wir alle wieder in Höhlen ziehen und Wildtiere jagen würden? Wie schnell würden wir die Rehe, Bären und Wildschweine ausrotten, wenn 82 Millionen Menschen die deutschen Wälder bevölkern würden? Würde es länger als 6 Monate dauern, bevor die erste Hungerepidemie grassieren würde? ;)


31.03.10   09:34 Uhr Antwort auf: Dieser Mann scheint hier nicht auf Interese zu stoßen, .
Autor: JustMe

ökologischer Beitrag...

Bei aller Öko-Panik - und ich kenne noch die Zeiten, da unsere grünen Ökos stante pedes den deutschen Wald begraben wollten - sollten wir nicht vergessen, dass der aktuelle Klimawandel durchaus natürliche Ursachen haben kann, die durch unser Handeln lediglich verstärkt werden.

Wer sich mit der Geschichte unseres Planeten beschäftigt hat, der weiß, dass es zeit seines Lebens zahlreiche globale Klimaveränderungen, von globalen Eiszeiten bis zu globalen Warmzeiten, gab. Mehrfach stand das Leben auf der Erde vor seiner unmittelbaren Auslöschung; zuletzt vor etwa 200 Mio Jahren, als annähernd 95% aller Lebewesen ausstarben, und vor 65 Mio Jahren, als 75% aller Lebewesen ausstarben. Und weder im Einen, noch im Anderen hatte der Mensch seine Finger...

Und auch Polsprünge - also der Wechsel von magnetischem Nord- und Südpol - geschahen in der Geschichte schon so häufig, dass man es gar nicht mehr zählen kann. Man geht derzeit von etwa 200-300 Polsprüngen aus, die durch die Bank ohne das Verschulden oder Mitwirken der Menschen stattfanden; aber dennoch - und das gilt für jeden einzelnen - katastrophale Auswirkungen hatten...

Kurz gesagt: Selbst wenn wir heute alle industrielle und umweltverschmutzende Tätigkeit einstellen würden, bedeutet dies nicht zwingend, dass die Natur beschließt, nicht mehr zu tun, was sie seit 4 Milliarden Jahren macht; es bedeutet aber mit Sicherheit, dass wir im Zweifel keine Chance mehr hätten, uns gegen die kommenden Probleme rüsten zu können...


Und da in dem einen verlinkten Beitrag auch die "Animal Liberation Front" gezeigt wurde: Nicht weit von meinem aktuellen Wohnort gab es einst eine Nerzfarm. Dort wurden tausende Nerze unter den schlimmsten Bedingungen in engen Gitterkäfigen gehalten, um sie schlachten und ihr Fell gewinnen zu können. Eines Tages erbarmte sich eine Tierschutzorganisation dieser armen Tiere. Sie überfielen bei Nacht und Nebel die Farm und ließen tausende Tiere den Weg in die Freiheit antreten.

... In den folgenden Tagen und Wochen begann das Massensterben. Tag für Tag für Tag verhungerten die Tiere qualvoll im Wald, ertranken in Seen und Flüssen der Umgebung, erstickten in Zäunen, wurden mit Gift, Fallen und Kugeln bekämpft, weil sie sich in ihrer Not den Häusern näherten und im Zweifel eben auch Mülltonnen durchwühlten und Autokabel anknabberten...

Ich weiß nicht, warum dieser religiöse Dualismus des Nachdenkens über neue Wege so unglaublich dominant ist; ich weiß aber sehr wohl, dass er immer wieder zum Problem wurde und wird --- und nicht bei jeder Gelegenheit konnte ich für mich bestimmen, wer eigentlich schlimmer war...


31.03.10   13:50 Uhr Antwort auf: ökologischer Beitrag...
Autor: Brandon

Ökologischer Beitrag als Denkansatz, sicher ...

Aber schauen sie, ...

wenn man Menschen aus den großen Städten so einfach auf das Land "verlagern" würde, besonders die welche keine Ahnung haben, wie sie ohne "fast food" und elektrisches Licht und fließendes Wasser auskommen können, wo sie Nahrung finden etc. dann hätten wir das gleiche oder ein ähnliches Desaster, wie das welches sie mit den "befreiten" Nerzen beschreiben.

Da derzeit Über-Anpassung und Entfremdung so angewachsen ist, das man ausser im unfrei gewählten Lebenszusammenhang nicht mehr dementsprechend zu existieren vermag, dann hat man/frau einiges darin an grundsätzlicher Vitalität und Lebendigkeit verloren.

Der Mensch wurde und wird ähnlich domestiziert wie viele Tiere, das ist ein verbreitetes Muster, das sollte man nicht vergessen. Wir sind in der aktuellen, dominanten und zur Unterordnung verpfichtenden Industrie-kapitalistischen Gesellschaft "Meilen" weit davon entfernt, eine Autonomie im Denken und Handeln zu entwickeln, die uns als lebendige und bewußte Wesen in unseren Potentialen entsprechen könnte.

"Domestizierung" und deren fatale Folgen, ist daher auch ein wichtiger Begriff im alternativen Denken Zerzans.

Die Mit-Welt ist unser Lebensraum, so wie er ist und wir sind seit Millionen von Jahren daran adaptiert/angepasst worden, wir brauchen eigentlich keine Industriegesellschaft um uns vor der Aussen-Welt, so wie sie ist, zu schützen.

Irgendwann, bald dann, müssen um uns vor den von uns mit verursachten Folgen der industriellen Zerstörung schützen, eventuell.

Die Mensch-gemachten Katastrophen übertreffen bei Weitem die natürlichen und sonstigen Verwüstungen. Und diese, ersteren schädigen den Planeten dauerhafter und schneller als andere natürliche Unglücksfälle. Für das allgemeine Leben auf unserem Planeten, wäre es nach Untersuchungen auch einiger aufgeklärter Wissenschaftler, inzwischen sogar verträglicher und nachhaltiger, wenn der Mensch in seiner derzeitigen und raumgreifenden Population "eingedämmt" oder reduziert würde.

Der Mensch wie er sich, unterstützt durch die aktuelle industrialisierte Zivilisation befördert ausbreitet, ähnelt bisweilen mehr einem Schmarotzer, einer Plage oder einem Krebsgeschwür, in seiner Auswirkung für ihn selbst und das ihn umgebende Biotop.



abc


31.03.10   15:10 Uhr Antwort auf: Ökologischer Beitrag als Denkansatz, sicher ...
Autor: JustMe

Der Mensch ist ein Schmarotzer...

: Da derzeit Über-Anpassung und Entfremdung so angewachsen ist, das man ausser im unfrei gewählten Lebenszusammenhang nicht mehr dementsprechend zu existieren vermag, dann hat man/frau einiges darin an grundsätzlicher Vitalität und Lebendigkeit verloren.

... und Ihre Schlussfolgerung, Brandon?

Zur Zeit leben etwa 7 Milliarden Menschen auf der Welt. Wenn ich - in ordnungsgemäßer Zeit - meinen Löffel abgebe, werden es voraussichtlich ca. 10 Milliarden sein. Es gibt gar keine andere Option, als

a) die Zahl der Menschen zu reduzieren (einziges Mittel: Verhungern lassen oder massenhaft ermorden)

b) Wege zu finden, wie man damit human umgehen soll.

Und es ist KEIN humaner Weg, den Menschen die Konzentrationspunkte "Stadt" wegzunehmen, und damit zugleich den Faktor Nahrungswirtschaft zwangsweise in Fabriken zu verlagern, weil die Felder von Zelten belegt werden. ;)

Wer aber die Städte erhält, der muss auch Wege finden, sie bewohnbar zu halten; ... und schon ist die Kausalitätskette gestartet...

: "Domestizierung" und deren fatale Folgen, ...

Domestizierung ist die Grundlage unserer Entwicklung, Brandon. Ohne die Tiere, die an den Göpel-Werken das Wasser schöpften, ohne die Tiere, die Lasten heben und tragen, reduzieren wir den Menschen auf vieles, nur nicht auf das Einzige, was ihn vom Tier trennt: seinen Verstand.

Stellen Sie sich doch einmal eine Welt ohne Fleisch, Eier, Milch und Käse vor, Brandon. Nicht den Geschmack, nicht einmal die nachweislich gesundheitsnotwendige Zufuhr tierischen Eiweißes, sondern einfach die Kompensation durch ausreichende Mengen pflanzlicher Ersatzstoffe. Können Sie sich ausmalen, welche Öko-Katastrophe folgen und - vielleicht - die aktuelle ersetzen würde?

: Die Mit-Welt ist unser Lebensraum, so wie er ist und wir sind seit Millionen von Jahren daran adaptiert/angepasst worden, wir brauchen eigentlich keine Industriegesellschaft um uns vor der Aussen-Welt, so wie sie ist, zu schützen.

Wir brauchen die Industriegesellschaft zweifellos nicht, um uns vor der Außenwelt schützen zu können; wir brauchen sie aber, um uns weiterentwickeln zu können. ... Und an dieser Stelle sind wir wieder beim Verstand; dem EINZIGEN Merkmal, das uns vom "gewöhnlichen Tier" trennt.

: Irgendwann, bald dann, müssen um uns vor den von uns mit verursachten Folgen der industriellen Zerstörung schützen, eventuell.

Zweifellos. Doch Herausforderungen sind der Motor der Entwicklung, Brandon; nicht Stagnation oder Rückfall in unbestimmte Zeiten, die ohnehin nicht in einem Machtvakuum bestehen würden.

: Die Mensch-gemachten Katastrophen übertreffen bei Weitem die natürlichen und sonstigen Verwüstungen.

Und hier melde ich ernsthafte Zweifel an, Brandon. Verstehen Sie mich nicht falsch: Auch ich beobachte mit zunehmendem Missfallen die Art der Menschen, sich der Weiterentwicklung entziehen zu wollen. Ihnen aber die "Hauptlast" der Anklage aufzubürden, ... nein, dazu fehlen sämtliche Belege. Und reine Indizien und Postulate (man kann es nicht einmal These nennen, weil selbst grundlegende Vermutungen eben nur Vermutungen sind und bleiben) reichen mir nicht aus, um schon wieder der Öko-Panik nachgeben zu sollen.

Ich erinnere nochmals an jene Grünen, die es seinerzeit als nachgewiesen betrachteten, dass der Automobilverkehr der Hauptschuldige am Waldsterben sei. Heute wissen wir zwar immer noch nicht, was das Sterben (und Wiederaufleben) des Waldes eigentlich verursachte; wir wissen aber sehr genau, dass es - zumindest im Rahmen aller messbaren und gemessenen Faktoren - nicht einmal ansatzweise im Zusammenhang mit dem Individualverkehr stand.

: Und diese, ersteren schädigen den Planeten dauerhafter und schneller als andere natürliche Unglücksfälle

Das ist ebenfalls reine polemische Panikmache, Brandon.

Allein jener Meteorit, der vor 65 Mio Jahren fast 75% aller Arten auslöschte, schaffte mehr, als alle Menschen aller Zeiten zusammengenommen (, was die Menschen allerdings nicht von ihrer Schuld entlasten soll).

Und auch die Belastungen der Natur, wie sie beispielsweise Mexiko-City über Jahrzehnte erfuhr, reduzieren sich fast augenblicklich, sobald der Mensch beginnt, sich entsprechend zu verhalten.

Nochmals: Verstehen Sie es nicht falsch. Ich betrachte das Verhalten der Menschen ebenfalls mit Argwohn; ich kenne aber bis heute keinen einzigen Nachweis der behaupteten Öko-Zerstörung. Selbst das massenhafte und zutiefst der Habgier geschuldete Abholzen der Regenwälder; also der grünen Lungen dieses Planeten, hat lediglich zur Folge, dass die Lebensgrundlagen sich verschlechtern. Eine "vollständige Zerstörung" ist schlicht polemische These, denn in allen Gebieten, die in Ruhe gelassen werden, erholt sich die Natur bereits wieder.

Das bedeutet nicht, dass es gut ist, was geschieht. Das bedeutet auch nicht, dass es richtig ist, was geschieht. Es bedeutet aber, dass die apokalyptische Stimmung keinerlei wissenschaftliche Grundlage besitzt. Und selbst wenn wir wollten, könnten wir an Polsprüngen oder globalen Erwärmungen und Abkühlungen schlicht nichts ändern. Wir könnten es verzögern ... vielleicht. Aber ändern? Nein, dazu fehlen uns heute schlicht die Mittel.

Und deshalb müsste unser Hauptinteresse eigentlich darauf liegen, Wege zu finden, einer "Mega-Katastrophe" zu entgehen. Deshalb müsste unser Hauptinteresse darauf liegen, Wissenschaft und Industrie zu höheren Leistungen anzuspornen.

Aber ganz gewiss nicht wie der Vogel Strauß den Kopf in den San ... naja, wohl eher Wald, zu stecken und zu glauben, die Erde würde sich nicht mehr verändern, wenn wir 7 Milliarden Höhlen besetzten und binnen weniger Monate alle Tiere aufgefressen zu haben, bevor wir in unserer Verzweiflung beginnen, Rinde zu knabbern... ;)

: Der Mensch wie er sich, unterstützt durch die aktuelle industrialisierte Zivilisation befördert ausbreitet, ähnelt bisweilen mehr einem Schmarotzer, einer Plage oder einem Krebsgeschwür, in seiner Auswirkung für ihn selbst und das ihn umgebende Biotop

Natürlich. Doch das muss ihm bewusst werden. Und die meisten Menschen tun sich verdammt schwer, wenn es um BEWUSSTSEIN geht...


31.03.10   16:28 Uhr Antwort auf: Der Mensch ist ein Schmarotzer...
Autor: Brandon

Tja und in der Summe, wirklich "Steigerung" und Intensivierung

der "industriellen" und "wissenschaftlichen" Produkton?

Eigentlich sieht man schon daran, an diesem Textauszug, ihre offensichtliche Meinung, und wie weit auch unsere Interessen schon auseinander-driften. Sind sie Mitarbeiter oder Vertreter eines "Berufsverbandes", der diese, deren Grundhaltungen, dadurch mit-unterstützen muss, oder konservativer Wissenschaftler?

Tja.

1. Ob es jemals zu 11Mrd Erdbewohnern, der menschlichen Spezies kommen wird, ist äusserst fraglich und nicht (in deren eigenem Interesse,.) wünschenswert. Aber es gibt ein paar seriöse Studien die belegen, das es zumindest eine erstaunliche Korrelation zwischen industrieller "Entwicklung" und Geburtenrate gibt, die darauf hindeutet, das bei steigender "Industrie" auch die Geburtenrate fällt. Parade Beispiel: die europäische "Union".


2. Städte in der uns derzeit bekannten Form, sind unnötig und Konvergenzpunkt multipler, unerwünschter und kontrapunktiver Tendenzen und Entwicklungen. - Wir werden damit leben müssen, das die dort wohnenden Menschen in einer etwaigen größeren Krisensituation, dort dem endemischen Holocaust-artigen Untergang geweiht sind.
Das sagt ähnlich auch Zerzan und er hat einige überzeugende Argumente.

2b. Ersparen wir uns über Stadtentwicklung zu referieren, obschon ich dazu einige interessante Fallbeispiele anführen könnte. Insgesamt sieht es verkürzt etwa so aus, das in der herkömmlichen Form, unsere Städte keine artgerechte Lebenssituation für die in ihnen lebenden Menschen darstellen.
Umweltverschmutzung, Lärm, Gewalt, negative Emotionen werden in ihnen derart konzentriert und befördert, das dies nur in zeitweiligen und konvulsiven Entladungen zu bewältigen ist. Oder in einem finalen Moment der Zerstörung oder des Verlassens. (Zerzan erinnert in diesem Zusammenhang an die plötzlich verlassenen Maja-Siedlungen, etc.)

Es gibt Modelle der human orientierten Stadtentwicklung in England (Prinz Charles Projekte), in den USA und anderswo, in denen entweder human gerechtere, gemeinsame Behausungen mit Garten, an zu sozialem Kontakt orientiertem Umfeld, etc. angelegt wurden, oder auch Menschen sich einer partiellen Subsistenz zugewandt haben, die sie von den Verteilungsmechanismen einer abhängig und apathisch machenden industriellen Entwicklung ein wenig abgrenzen können.

Aber das kann man alles besser haben, auf dem freien Land und Platz ist auch in Deutschland genug vorhanden, trotz einer Bevölkerungsdichte von etwa 225Pers/km2.

Sie wissen doch sicher, das riesige und flächenvernichtende, agrarische Monokulturen zum Hauptanteil zur Ernährung der Menschenmassen in den großen Städten angelegt worden sind? Ausserdem verschlingen Aufzuchtgebiete für Rinder und deren Nahrungsmittelbedarf, der nur indirekt dem Menschen zukommt enorme Flächen. Von den dadurch hervortretenden Umweltbelastungen durch Schadstoffe, Methangase etc. ganz abgesehen. Aber wie gesagt, wir ersparen uns die Details.

3. Ich bin Vegetarier mit einem Zug zur Ernährung durch frisches Gemüse und Obst und kann mir sehr wohl eine Welt mit weniger Rindern, Schafen und Schweinen, Hühnern, etc. vorstellen. Was so "toll" daran sein soll, das allein in Deutschland etwa 5 Mio Schweine und 2,5 Mio Rinder jährlich umgebracht werden, kann sich mir, an ethisch und moralischen Aspekten orientiert, nicht so recht erschließen.
Das Nahrungsgewohnheiten umgestellt werden müssten ist sicher. Domestizierung bedeutet ebenfalls, das der Mensch domestiziert worden ist und er selber von "Ressourcen" abhängig gemacht worden ist, die ihn grundsätzlich schädigen Substanzen aufgenötigt werden, und sei es nur inForm von Schokolade oder Zucker allgemein. Oder was meinen sie woher die steigenden Gesundheitskosten angesichts der allgemeinen, zunehmenden Massenerkrankungen denn sonst herkommen im Schnitt?


4. Wir brauchen die bisherige Industriegesellschaft auch "nicht mehr" in der bekannten Form, da diese durchaus dazu beigetragen hat (unter unerhörtem und unmenschlichem Leid, ..) zu einer "Entwicklungshöhe" beizutragen, die es schon vor 50 Jahren erlaubt hätte, weitere Produktion einzuschränken und allgemeine Entwicklungen zu verfeinern ohne die Menschenmassen dadurch in Abhängigkeit zu zwingen un dzu halten (Fabrikarbeit, etc.).

(Denn dieses Argument, der "notwendigen und andauernden wirtschaftlichen Entwicklung" wurde in ähnlicher Form auch im "realen Sozialismus" des Ostens benützt, um eine faktische Ausbeutung der Menschen dort zu rechtfertigen, die in kaum erkennbaren Maße von der Ausbeutung durch "kapitalistsiche" Wirtschafts-Gesellschaften abgewichen ist. Aber das nur als eine Randnotiz.)

4b. Wir brauchen daher keine wilde und ungebändigte Fortentwicklung als Selbstzweck! Nicht nur ein Autor sprach dazu von "rasendem Stillstand"! Wir brauchen ein ökonomisches System der Umverteilung, welches an Mitbestimmung und Planung orientiert ist, die ernsthaft auch die fruchtbaren und kreativen Ressourcen der Menschen nicht nur ausbeutet und zu seinen alienigen Zwecken domestiziert hat, sondern alle Menschen frei, an einem Prozess der Entwicklung zu mehr Humanität und Verstand beteiligt. Und nicht nur zweckrationaler Ideale einer Umsetzung des technisch "irgendwie Möglichen", einer beschränkten technischen Zweckrationalität, fortführt un dbekräftigt. ("Instrumentelle Vernunft", sagte Horkheimer)

Lassen wir es erst mal dabei, weitere Kommentare bei Bedarf möglich, ..
Ein schönes Zitat im Kontext zum Abschluss, ..

"Todays idea of human strenght and intelligence is like a strong fire burning in an igloo, the hotter and brighter the fire gets, the more you will destroy your home.“


abc




Autor: JustMe

Irrlichter...

: Sind sie Mitarbeiter oder Vertreter eines "Berufsverbandes", der diese, deren Grundhaltungen, dadurch mit-unterstützen muss, oder konservativer Wissenschaftler?

Weder noch. Ich ziehe nur Lehren aus den Maschinenstürmer-Zeiten. ;)

ad "Erdbevölkerung"

Nein, es ist nicht fraglich. Es steht bereits als Faktum fest. Es sei denn, Ihnen fällt etwas ein, das die bisherige Entwicklung hemmt.

Um die Jahrhundertwende 1900 herum lebten ca. 1 Milliarde Menschen auf diesem Planeten, heute sind es - nachweislich - knapp 7 Milliarden. Und in ca. 30 Jahren werden es runde 10 Milliarden sein. Ob Sie es sich wünschen oder nicht...

: Aber es gibt ein paar seriöse Studien die belegen, das es zumindest eine erstaunliche Korrelation zwischen industrieller "Entwicklung" und Geburtenrate gibt, die darauf hindeutet, das bei steigender "Industrie" auch die Geburtenrate fällt. Parade Beispiel: die europäische "Union".

Auch hier irren Sie. Die gesamte Erde lässt sich schon aus rein wirtschaftlichen Aspekten heraus (von den moralischen und humanistischen rede ich gar nicht) nicht komplett "industrialisieren". Insofern ist die "Kinderproduktion" bereits längst jenseits der Industriestaaten. Und China geht sogar den umgekehrten Weg: Statt noch weniger Kinder (vgl. "Ein-Kind-Politik") werden es wieder mehr.

Ihre Hoffnung einer "Komplett-Industrialisierung" ist also bereits jetzt fehlgeschlagen.

Darüber hinaus wäre die Natur nicht einmal HEUTE, also mit "nur 7.000.000.000 Menschen", mehr in der Lage, diese Menschen zu ernähren, würden sie nicht auf "industrielle Fütterung" zurückgreifen.

Es gibt Schätzungen von Wissenschaftlern, die besagen, dass die "natürliche Schmerzgrenze" bei ca. 500 Millionen Menschen liegt. Ökologisch-industrielle Bewirtschaftung der Felder nach heutigem Stand der Technik vorausgesetzt, könnten es bis zu 1,5 Milliarden Menschen werden. ... Wie sieht Ihr Plan für 5-6 Milliarden überzählige Menschen aus, Brandon?

ad "Städte"

Niemand sagt, dass die Städte nicht weiterentwickelt werden können und müssen. Ich sage lediglich, dass Sie nicht 7 Milliarden Menschen im Wald verstecken können, Brandon!

Und "Wohnen mit Garten" wird in Städten IMMER ein Luxusgut bleiben. Der Platz auf diesem Planeten reicht schlicht nicht aus ... Es sei denn, Sie beabsichtigen, die Natur zu dezimieren.

: Sie wissen doch sicher, das riesige und flächenvernichtende, agrarische Monokulturen zum Hauptanteil zur Ernährung der Menschenmassen in den großen Städten angelegt worden sind?

Großflächige Bewirtschaftung ist per se noch nichts Schlechtes. Im Gegenteil, denn Sie ermöglicht auch intensivere Bewirtschaftung von in Summe kleineren Flächen und damit eine relevante Schadensbegrenzung.

: Aber das kann man alles besser haben, auf dem freien Land und Platz ist auch in Deutschland genug vorhanden, trotz einer Bevölkerungsdichte von etwa 225Pers/km2

Sie kennen die Zahlen und ignorieren sie dennoch?
Schon heute bliebe pro Kopf nur eine Fläche eines Vorgartens pro Einwohner. Jegliche natürliche Umwelt würde zerstört; Flüsse, Wälder, Seen und Berge müssten planiert und der "ökologischen Bewirtschaftung" zugänglich gemacht werden ... und dennoch: Es würde nicht reichen...

: Ich bin Vegetarier mit einem Zug zur Ernährung durch frisches Gemüse und Obst und kann mir sehr wohl eine Welt mit weniger Rindern, Schafen und Schweinen, Hühnern, etc. vorstellen.

Herzlichen Glückwunsch! Leben Sie bewusster, denn Sie leben kürzer. ;)

Im Übrigen ist der Mensch ein Allesfresser und tierische Eiweiße gehören zu seinem Nahrungskonzept. Ob es Ihnen passt oder nicht.

: Was so "toll" daran sein soll, das allein in Deutschland etwa 5 Mio Schweine und 2,5 Mio Rinder jährlich umgebracht werden, kann sich mir, an ethisch und moralischen Aspekten orientiert, nicht so recht erschließen.

Nichts ist daran toll. Doch bevor Sie in ihr Elektroauto steigen und den Solarpanelen auf Ihrem Niedrig-Belastungs-Öko-Haus zum Abschied winken konnten, bedurfte es vieler Jahrzehnte der grausamen Umweltverpestung ... Von Nichts kommt eben Nichts, Brandon.

Und auch, wenn ich gern dabei wäre, wenn Sie einen Weg finden, die grausamen und qualitativ schlechten Zeiten irgendwie überspringen zu können; und ich garantiert der Erste wäre, der Sie dann für einen Nobelpreis vorschlüge; so lehrt mich doch die Erfahrung aus Geschichte und Gegenwart, dass es das Eine nicht ohne das Andere gibt.

: Domestizierung bedeutet ebenfalls, das der Mensch domestiziert worden ist und er selber von "Ressourcen" abhängig gemacht worden ist, die ihn grundsätzlich schädigen Substanzen aufgenötigt werden, und sei es nur inForm von Schokolade oder Zucker allgemein.

Sie verwechseln Kausalitäten, Brandon. Übermaß macht IMMER krank. Das wusste schon Paracelsus. Und Übermaß, das wirtschaftlich oktroyiert wird, macht es durchaus noch tragischer. Doch daran ändern Sie nichts, wenn Sie auf "Öko" umstellen, denn Zucker IST ökologisch und Schokolade, zumindest seit einiger Zeit, vegetarisch. ;)

: Oder was meinen sie woher die steigenden Gesundheitskosten angesichts der allgemeinen, zunehmenden Massenerkrankungen denn sonst herkommen im Schnitt?

Denken Sie nach, Brandon! Können Sie sich wirklich vorstellen, 3,5 Milliarden Menschen (nur den männlichen Part genommen) durch die Wälder streifen zu sehen, um Baumrinde zu sammeln, während die anderen 3,5 Milliarden Menschen nicht einmal ihre Felle im Fluss ausspülen könnten, ohne eine Fischpest auszulösen?


ad "bisherige Industriegesellschaft"

Niemand widerspricht Ihnen, Brandon. Nicht die Wissenschaft, und nicht die Berufsverbände.

Aber auch hier gilt: Es ist die WEITERentwicklung, die den Menschen vorantreibt. Und gemessen an den Erfolgen, die in weniger als 100 Jahren erreicht wurden; auch - und gerade - im Hinblick auf die Entsklavung von Arbeit, hat uns das recht weit gebracht, nicht wahr?!

Es gibt zweifellos noch eine Menge zu tun und insbesondere auch zu lernen, wie man mit der neu gewonnenen Frei(z/h)eit umgeht (vgl. Gewichts- und andere Gesundheitsprobleme), aber der Weg führt unverkennbar vorwärts.


ad "rasender Stillstand"

Lösen Sie sich von Ihrem singulären Standpunkt des Moments und betrachten Sie die Entwicklung in ihren Zusammenhängen, Brandon: In kaum 200 Jahren wurden fast alle Voraussetzungen geschaffen, die Umwelt schonend behandeln zu können. Der nächste Schritt ist nun, es auch umfassend zu machen.

Dazu gehört auch, dass grüne Öko-Terroristen diese verfluchten Windmühlen in die Natur stellen und damit nachweislich die natürliche Fauna schädigen.

Dazu gehört auch, dass Solarpanele auf tausenden von Dächern aufgestellt werden, ohne dass der Nachweis geführt wird oder wurde, wie die so entzogene "natürliche Energie" (vgl. Energieerhaltungssatz) sich auf die Natur auswirkt.

Nicht weil sie jemanden schädigen wollen, sondern weil es Bestandteil des Lernprozesses ist...

Es gibt nun einmal - noch - kein "ultimativ richtig"; genauso, wie es kein "ultimativ falsch" gibt.

: ungebändigte Fortentwicklung als Selbstzweck

Biohöfe, Solarpanele, Gezeitenkraftwerke, Elektroautos, ... all das ist für Sie "ungebändigter Selbstzweck"? Worauf stellen Sie ab, Mann? Höhlen, Felle und Feuersteine für 7 Milliarden Menschen?


: Wir brauchen ein ökonomisches System der Umverteilung, welches an Mitbestimmung und Planung orientiert ist, die ernsthaft auch die fruchtbaren und kreativen Ressourcen der Menschen nicht nur ausbeutet und zu seinen alienigen Zwecken domestiziert hat, sondern alle Menschen frei, an einem Prozess der Entwicklung zu mehr Humanität und Verstand beteiligt.

... Zweifellos. Doch was hat das Eine mit dem Anderen zu tun? Wollen Sie die Zeit in den Höhlen mit philosophischen Diskussionen über "Was-wäre-wenn?" totschlagen? ;)

ad "Zitat"

Das Zitat ist der Kern und das, wenn Sie so wollen, Leitfeuer des Konservativismus, Brandon. Erstaunlich, dass gerade Sie daran festhalten...


01.04.10   14:04 Uhr Antwort auf: Irrlichter...
Autor: Brandon

Sorry, sie sind ein "elender" Schwätzer! *s*


*** SYSTEM-HINWEIS: Dieser Beitrag wurde vom Verfasser zuletzt am 02.04.2010 - 13:47 Uhr editiert! ***


Mit Verlaub, wenn ich einige bisweilen vorsintflutlichen Statements hier lese:

a. "Ihre Hoffnung einer "Komplett-Industrialisierung" ist also bereits jetzt fehlgeschlagen."
Das war nicht mein Argument sondern ihres, erkennen sie das nicht?

b. "Und "Wohnen mit Garten" wird in Städten IMMER ein Luxusgut bleiben. Der Platz auf diesem Planeten reicht schlicht nicht aus ... Es sei denn, Sie beabsichtigen, die Natur zu dezimieren."

#Wirklich absoluter Nonsense, "der Platz reicht nicht aus,“ fahren sie bitte mal mit dem Zug von Frankfurt nach Berlin und schauen sie mal, wie viel Platz da noch ist mitten in Deutschland, enorm! Die NATUR ist überall da draußen und im Menschen, und diese wird bereits tag-täglich dezimiert, auch in 1Mio Verkehrstoten (Menschen) pro Jahr.

c. Zum Vegetarismus:
"Herzlichen Glückwunsch! Leben Sie bewusster, denn Sie leben kürzer. ;)
Im Übrigen ist der Mensch ein Allesfresser und tierische Eiweiße gehören zu seinem Nahrungskonzept. Ob es Ihnen passt oder nicht."

#Woher haben sie das, von Udo Pollmer? Ihnen scheint etwas daran nicht zu passen, aber ich wünsche ihnen trotzdem ein langes Leben, ...! (Einstein, sicher einer ihrer „Helden“ war übrigens auch Vegetarier.)

d. Ich will gar keinen Nobelpreis, menschliche "Gelüste" sind für mich in der Summe, recht uninteressant.

Daher benötige ich ebenfalls kein "Öko-Haus“ und Elektroauto, mein Herr, eine bessere Blockhütte tut es auch,..! Na?

e. „Ökologie“ als Begriff, sollte man eventuell, nicht so besessen wie sie, allein in Kriterien der "Marktwirtschaft" beurteilen,? Natürlich ist Zucker schädlich und Schokolade ebenso und ich sagte nicht, das alles was "ökologisch" benannt wird aktuell, wichtig und wertvoll sei, ...
Sie reden in diese Passage wieder mal mit sich selber!


f. 7,0 Mrd (aktuell real 6,67Mrd) Erdbevölkerung sind nicht gleich 50/50 Männer und Frauen, das Verhältnis liegt bei 48/52.
Abgesehen davon, muss die Bevölkerungszahl natürlich sinken, um ein Gleichgewicht herzustellen, warum wehren sie sich derart dagegen? (dann sind wir doch beide schon: dead?)

g. Der Mensch "entwickelt" sich weiter? Hut ab, rasante und bahnbrechende, wie revolutionäre Darstellung des Untergangsszenarios einer Menschheit, die sich mitnichten "weiter" entwickelt. (Technologie-Entwicklung) ist nicht einzig bestimmender, elementar wichtiger Faktor in der Entwicklung der Welt,.. Herrjeh!
Aber glauben sie weiter daran, ich be-hindere sie nicht.

h.Ihre Argumentation ist leider nicht oder nur inkomplett nachvollziehbar, einleuchtenderen Argumenten sind sie nicht in Erkenntnis zugewandt, sie verteufeln ökologische sinnvolle, Entwicklungen, so "Windmühlen", wie weiland unwissende Scholastiker, diese als Teufelszeug!

Individuelle, regionale Energieerzeugung ist nachhaltig, sinnvoll und bedarfsgerecht. Dazu kommt natürlich eine Einschränkung in Produktion und Nutzung von sinnlosen "Gadgets"-Geräten und elektrischer Stromvergeudung. Um nur ein paar Punkte zu erwähnen.

i. Kardinalpunkt:
wenn ich ihre Bemerkungen, abgesehen von einigen wichtigen und erheblichen Betrachtungen, in der Summe sehe, dann kann ich ihnen nur sagen, wir sind bereits,
oder besser befinden uns:
"IMMER NOCH“ in der STEINZEIT, nur sehen sie diese nicht als solche an!

Deren "Höhlenwände" sind ein daraus abgeleitetes, leider ein wenig eingeschränktes Denken, ...
tja, Kennen sie Platon, das Höhlengleichnis?

Ciao, hasta la victoria, siempre, companero!

123



01.04.10   14:15 Uhr Antwort auf: Irrlichter...
Autor: Brandon

Ah, noch eine Statistik bezüglich Welternährung und Lebensmittel:


*** SYSTEM-HINWEIS: Dieser Beitrag wurde vom Verfasser zuletzt am 01.04.2010 - 20:25 Uhr editiert! ***


Abgesehen davon, das wir uns nicht nur in einer Phase der materiellen, exzessiven Überproduktion befinden, so sind heute weltweit bereits schon genügend Nahrungsmittel für alle vorhanden!

23% der Weltbevölkerung verbraucht derzeit (2005) etwa 77% der Nahrungsmittel weltweit und

77% Der Weltbevölkerung aber nur etwa 2,7 % der verfügbaren Nahrungsmittel und Nahrungs-Ressourcen. Tendenz: fallend!

Aha! Oho! Oder wird das nun auch "geleugnet"?

Geben sie es eventuell zu, das sie nicht "sparen", reduzieren, weniger konsumieren und verbrauchen und weniger "gierig" auf alles Neue und Bunte in der Warenwelt sind, weil sie denken, sonst hatten sie "etwas im Leben verpasst"?

Dabei verpassen sie eventuell ihr Leben, weil sie nicht bewusst ihre geistigen und mentalen Ressourcen nützen, aber wie gesagt, war nur ein Vorschlag,...

TralaLa


01.04.10   15:48 Uhr Antwort auf: ökologischer Beitrag...
Autor: freidenker

Pferd von hinten...

:Bei aller Öko-Panik - und ich kenne noch die Zeiten, da unsere grünen Ökos stante pedes den deutschen Wald begraben wollten - sollten wir nicht vergessen, dass der aktuelle Klimawandel durchaus natürliche Ursachen haben kann, die durch unser Handeln lediglich verstärkt werden.



:
:Wer sich mit der Geschichte unseres Planeten beschäftigt hat, der weiß, dass es zeit seines Lebens zahlreiche globale Klimaveränderungen, von globalen Eiszeiten bis zu globalen Warmzeiten, gab. Mehrfach stand das Leben auf der Erde vor seiner unmittelbaren Auslöschung; zuletzt vor etwa 200 Mio Jahren, als annähernd 95% aller Lebewesen ausstarben, und vor 65 Mio Jahren, als 75% aller Lebewesen ausstarben. Und weder im Einen, noch im Anderen hatte der Mensch seine Finger...
:
:Und auch Polsprünge - also der Wechsel von magnetischem Nord- und Südpol - geschahen in der Geschichte schon so häufig, dass man es gar nicht mehr zählen kann. Man geht derzeit von etwa 200-300 Polsprüngen aus, die durch die Bank ohne das Verschulden oder Mitwirken der Menschen stattfanden; aber dennoch - und das gilt für jeden einzelnen - katastrophale Auswirkungen hatten...
:
:Kurz gesagt: Selbst wenn wir heute alle industrielle und umweltverschmutzende Tätigkeit einstellen würden, bedeutet dies nicht zwingend, dass die Natur beschließt, nicht mehr zu tun, was sie seit 4 Milliarden Jahren macht; es bedeutet aber mit Sicherheit, dass wir im Zweifel keine Chance mehr hätten, uns gegen die kommenden Probleme rüsten zu können...
:
natürlich gibt es Klimawandel in normalen Zyklen, aber in der Geschwindigkeit und in der Intensität, wie das in den letzten 100 Jahren von statten gegenagen ist erscheint das doch schon zynisch oder zumindest deutlich naiv die Aktivitäten der Menschen hier zu ignorieren.
Und wenn seit den Warnungen vor dem Waldsterben sich die Deutschen nicht in ihrem Verhalten gewandelt hätten, sondern so weiter gemacht hätten wie bis zu den 70/80 ern, sähe der Wald heute ganz anders aus. Und im Übrigen wird über Waldschäden weniger gesprochen, vorhanden sind sie dennoch - und nicht zu knapp.





02.04.10   12:20 Uhr Antwort auf: Der Mensch ist ein Schmarotzer...
Autor: Mediculus

Mit Verlaub:

Ihre statements in diesem Themenbereich erscheinen mir eher sophistisch, denn ich kann nicht mehr erkennen, wo Ihre berechtigte Kritik an menschlichen Unarten aufhört und wo Ihre
ähnlich intensive Hoffnung auf Besserung und die von Ihnen gelobten "Fortschritte der Menschheit" ihre Wurzeln hat.
Sie stellen alles in einen gemeinsamen Kontext, der gegen alles und für jedes Phänomen menschlicher Existenz Argumente hat.
Ich wäre einverstanden, wenn Sie den Menschen zunächst einmal als die Seuche des Universums ansehen würden.
Danach könnte man dazu übergehen, die Symptome dieser Seuche auf unserem Planeten effektiv bekämpfen oder eindämmen zu wollen. Dafür gibt es viele Ansätze. Aber die industriell
erzeugten "Fortschritte" sind fast alle vergiftet, da ihre Nebenwirkungen sich stärker auswirken, als ihre positiven Wirkungen.
Der Mensch ist ein Sklave seiner Technik geworden. Die geistige Potenz in Bezug auf Sozialverhalten, vernünftigen Umgang mit Ressourcen, mit der Umwelt, die ja in Wirklichkeit unsere Welt ist, ist in der Steinzeit steckengeblieben, während unser technisches Hirn immer weitere Blüten treibt.
Diese beiden Systeme unseres fatalen Großhirns in Einklang zu bringen, wäre eine echte Aufgabe. Leider ist genau die Gegenrichtung eingeschlagen worden.
Ich sehe auch keine Chance zu einer Trendwende. Sie etwa ?
Mediculus


02.04.10   13:42 Uhr Antwort auf: Mit Verlaub:
Autor: Brandon

Sophisterei, wen meinen sie bitte konrekt?

Auf mich bezogen, würde ich ihnen in den meisten Punkten mein Einverständnis bestätigen.

Und darin sehr ich auch meine Beitrag (in der politischen und künstlerischen Arbeit)

Eines meiner aktuellen Lieblngszitate dazu, zur Lage der "Menscheit", drückt sich in dieser kurzen Sequenz aus der "Matrix",Film von 1999 aus:

http://www.youtube.com/watch?v=eHiX0FZcjkA&feature=related

Und eine gute Beschreibung der einseitigen Reduktion menschlicher Bedürfnisse auf deren rein wirtschafts-ökonomische, zweckrationale, undemokratische Problembewältigung und der Ableitung ihrer Macht über den Menschen daraus, hier:

http://www.youtube.com/watch?v=q7JRiIXP30U&feature=related


Dagegen gilt es anzutreten und sich dazu Fragen zu stellen, wie Unfreiheit und Abhängigkeit, sowie Vernutzung der Menschen zu überwinden sei und Wege zu suchen, die es Menschen ermöglichen, anders und selbstbestimmter über ihr eigenes Leben und Schicksal zu entscheiden, ...(sofern sie dies wünschen, aber dazu sollte man ihnen die Möglichkeit geben, darüber freier zu entscheiden, ..)

In einem Systemzusammenhang, der es Menschen kaum erlaubt, zu ihren kreativen Quellen zu finden, sich selber zu entdecken und diese Kraft daraus gewonnen, zu ihrem Nutzen zu fördern und zu leben.
Zu fördern sind unbedingt gelebte Alternativen zu Formen der aktuellen Herrschaft und Menschen-Verwaltung, etc.

Zitat:
„Wir leben in einem ökonomischen System, in einer Regierungsform, unter einer Regierung und in einer Wirtschaft, in der es für einen kleinen Teil der gesamten Bevölkerung, möglich und besonders profitable ist, zu Ungunsten des Allgemeinheit Gewinne zu erzielen.
Es ist möglich, erwünscht und hoch profitable für Individuen und Unternehmen, reich zu werden, zum Nachteil der Gemeinschaft, der Region, der Nation, des Ökosystems und des Planeten.“
(Rev. Michael Dowd)

Es geht mir ausserdem darum, Menschen zu finden, auch hier, mit denen gemeinsam zweckdienliche Veränderungen und Umstrukturierungsversuche an der existierende Gesellschaft gemeinsam geplant werden können, ...

Ausserdem übe ich hier gerne verschieden Arten der Kommunikation und des Diskurses, die auch mir sehr hilfreich sind, um sich darin über alternative Ideen, Vorschläge und Ansätze auszutauschen.

GzG




02.04.10   14:33 Uhr Antwort auf: Mit Verlaub:
Autor: JustMe

Soziale Trendwende...

Prämisse:
Alles, werter Mediculus, unterliegt einem Entwicklungsprozess.


Auch ich wäre ein begeisterter Anhänger des "Lasst-uns-den-schlechten-Teil-doch-einfach-überspringen"-Credos, wäre es nicht aus der Menschheitsgeschichte heraus irrgläubig.

Zwar gelang es vereinzelt, Qualitätssprünge in die "richtige Richtung" zu machen, doch bezahlte man den Regelfall mit gepfeffertem Wegezoll. Und dabei können Sie sich umschauen, wo Sie wollen, Mediculus. Nichts, aber auch gar nichts, gibt Anlass zur Hoffnung, dass wir morgen den Krieg oder den Hunger überwunden haben; obwohl für viele längst offensichtlich ist, dass sie nicht erforderlich sind, um "menschlich leben" zu können. Der einzige Weg, etwas dauerhaft zu überwinden, war der Weg, es durch sich selbst zu überwinden; also

a) entweder Fehler zu machen, bis man die berühmt-berüchtigte Nase davon so voll hatte, dass man beschloss, die Fehler nun auf andere Weise zu machen oder

b) die Fallback-Mechanismen zu zerstören; am besten aus sich selbst heraus.

... Zusammengefasst ist es das gleiche Prinzip, das Edison einst formulierte:

» Jeder Irrweg, den ich gehe, um den richtigen Glühfaden zu finden, ist auch ein Weg, der mich näher an die Lösung bringt.
-- Thomas Edison

Ohne jeden Zweifel wären er und ich glücklicher, hätte er gleich zum richtigen Wolframfaden gegriffen; wären ihm doch Kummer und Zeit erspart geblieben, wobei er letztere zur Erfindung weiterer Dinge hätte nutzen können. Doch es war ihm ebenso wenig vergönnt, wie es den Menschen heute vergönnt ist, "den wahren Weg" zu erkennen.

Es bleibt allein der Versuch.

: Aber die industriell erzeugten "Fortschritte" sind fast alle vergiftet, da ihre Nebenwirkungen sich stärker auswirken, als ihre positiven Wirkungen.

Das messen Sie ... woran, Mediculus?

Ich behaupte folgendes: Hätte es die Gerber des Mittelalters nicht gegeben, die all die Flüsse mit ihren Gerbstoffen schädigten, würden Sie heute nicht vor dem Computer sitzen, sondern immer noch jeden Herbst bibbernd Tiere jagen, um sich neue Felle zu beschaffen, weil die anderen schneller als gewollt verfaulen...

Hätte es nicht mutige Menschen gegeben, die Kräuter auf offene Wunden legten, würden Sie heute noch zum Schamanen rennen und ein Gottesopfer bringen, wenn Sie Kopfschmerzen oder einen Herzklappenfehler haben.

Die Geschichte der Menschen ist voll von Katastrophen und schlechten Dingen. Doch es gibt nur wenige Dinge, die man - jenseits von subjektivem Glauben und Religion - zweifelsfrei als "ultimativ vergiftet" einstufen kann. Bei den meisten Dingen handelt es sich eher um "Küchenmesser", die man natürlich zum Töten, aber eben auch zur Erleichterung der Küchenarbeit verwenden kann.

... Und an dieser Stelle können wir den Kreis schließen: Brandon sagte es bereits, wir befinden uns noch in der mentalen Steinzeit. Und an den - glaubt man den Evolutionsthoretikern - Jahrmillionen Menschheitsgeschichte gemessen, brauchen wir nicht auf eine relevante "Eigenprogression ohne Technologiekatalysator" nachzudenken, denn sie trat bisher nie ein, insofern es auch keinen Beweis gibt, dass sie jemals eintreten wird...

: Der Mensch ist ein Sklave seiner Technik geworden.

Das ist ein spannendes Argument der klassischen Schopenhauer-Rhetorik, das Sie blitzschnell ad acta zu legen bereit sind, wenn Sie krank werden, Mediculus.

Natürlich ist der Mensch Sklave seiner Technik. Das war er bereits mit der Erfindung von Faustkeil und Speerspitze; und das wird er noch sein, wenn er Warpen, Beamen und sonstige unanständige Dinge machen kann...

Seine "Befreiung" erfolgt auf dem Gebiet der "Zwänge". Und hier ist der Fortschritt unübersehbar; ja, interessanter noch: Wir leben heute in der Zeit des gewaltigsten Umbruches in der Menschheitsgeschichte.

Heute haben wir ZUM ERSTEN MAL ERREICHT, dass weniger Menschen arbeiten müssen, als man zur Bedienung des weltweiten BSP benötigt (und wichtiger noch: Man kann es auch nicht mehr verstecken). ... Und prompt stellen sich die oben genannten Probleme wieder ein: Ein Steinzeit-Mensch kämpft mit neuen, diesmal rein sozialen, Problem...

: Die geistige Potenz in Bezug auf Sozialverhalten, vernünftigen Umgang mit Ressourcen, mit der Umwelt, die ja in Wirklichkeit unsere Welt ist, ist in der Steinzeit steckengeblieben, während unser technisches Hirn immer weitere Blüten treibt.

Ich verstehe Ihre Enttäuschung, Mediculus. Doch betrachten wir es realistisch: Der Ostblock hat belegt, dass die Abkehr vom Kapitalismus zum Sozialismus auch eine brutale Änderung der Arbeitsmoral birgt. Das Umdenken von "Ich arbeite für mich" zu "Ich arbeite für meine Kinder und zwischendrin für alle anderen" ist nicht nur schwer, sondern auch langwierig. Manchen gelingt es sogar nie, so dass die Hoffnung auf die - in der ... "Umerziehung" ist ein negativ belegtes Wort, ich will es hier jedoch objektiv verstanden wissen ... interessante - vierte Generation gelegt werden muss. ... Und nun sind Sie am Zug: Wie realisiert man diesen Weg leichter, als durch eine "Entmenschung" (nicht: Entmenschlichung) von Arbeit? Wie erreicht man also soziale Progression, wenn nicht mit Maslov?

: Diese beiden Systeme unseres fatalen Großhirns in Einklang zu bringen, wäre eine echte Aufgabe. Leider ist genau die Gegenrichtung eingeschlagen worden.

Das sehe ich nicht so.
Die "soziale Bundesrepublik" ist - nicht nur, aber auch - ein Gebilde, das heute noch - und vor allem - von jenen, die sich selbst als vehemente Gegner sozial(istisch)er Ideen verstehen, verteidigt wird, weil es schon in der Prämisse zeigte: Es muss nicht "nur Oben und Unten" und dazwischen Nichts geben; vielmehr ist "Mitte OHNE oben und unten" das Credo!

... und also war die Mittelstandsrepublik geboren, eine, folgt man den abstrakten Absichten, zutiefst sozial(istisch)e Idee.

Folgt man als Beobachter der aktuellen Entwicklung, so konstatiert man auch hier: Sobald dieser Grundsatz aufgelöst wurde, ergaben sich die Rückfälle in den - bleiben wir höflich beim selbstgewählten Begriff - Konservativismus; also die Abkehr von sozial(istisch)en Werten.

Doch diesmal ist es noch schwerer, als jemals zuvor, wieder in die alten Muster zurückzufallen. Denn diesmal gibt es ein Hindernis, das es noch nie gab: Die Technologie lässt nicht zu, dass die Behauptungen "Arbeit mache frei" und "Leistung lohnt sich" auch zukünftig Zentrum des Denkens bleiben können. IHR - und nur IHR - haben wir zu verdanken, was tausende Jahre sozialistischen Märtyrertums nicht vermochten: Wir steuern auf neue - soziale - Ufer zu. Nicht nur auf ein, zwei Inseln, sondern weltweit...




02.04.10   15:16 Uhr Antwort auf: Pferd von hinten...
Autor: JustMe

Da ist gar kein Pferd, freidenker. Es ist ein Muli, ...

... oder ein Esel, oder ein Kamel, oder ein ... whatsoever!

: natürlich gibt es Klimawandel in normalen Zyklen, aber in der Geschwindigkeit und in der Intensität, wie das in den letzten 100 Jahren von statten gegenagen ist erscheint das doch schon zynisch oder zumindest deutlich naiv die Aktivitäten der Menschen hier zu ignorieren.

Auch dafür gibt es keinen Beleg, freidenker.

Der Umbruch vor 200 Millionen Jahren, der 95% aller Arten auf der Welt auslöschte und so Platz für neue schuf, dauerte ebenfalls - vermutlich - nur wenige Jahre oder Jahrzehnte.

Ein Polsprung dauert, jedenfalls nach aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen, weniger als eine Woche. Seine Auswirkungen, wie beispielsweise - aber nicht nur - das mehr oder weniger lange "schlechtere Funktionieren" des schützenden Erdmagnetfeldes, würden in wenigen Jahren Millionen Arten auslöschen helfen...

Kurz: In allem steckt - vermutlich - ein natürlicher Prozess, der wesentlicher Bestandteil der Evolution ist. Ohne die beiden Großereignisse vor 200 Mio (-95% aller Arten) und vor 65 Mio (-75% aller Arten) Jahren, gäbe es, und zumindest hier sind sich alle Wissenschaftler mal einig, uns beide ganz sicher nicht.

Wer oder was garantiert Ihnen also, die ultimative Krone der Schöpfung zu sein? ;)

: Und wenn seit den Warnungen vor dem Waldsterben sich die Deutschen nicht in ihrem Verhalten gewandelt hätten, sondern so weiter gemacht hätten wie bis zu den 70/80 ern, sähe der Wald heute ganz anders aus.

Unwahrscheinlich, denn man HAT so weitergemacht. Der Schadstoffausstoß wurde erst in den letzten paar Jahren in Größenordnungen reduziert; zugleich stieg aber die Zahl der Fahrzeuge gigantisch. Mir sind aktuell keine Zahlen geläufig, aber ich behaupte, dass der "Gesamtschaden", wenn wir den Ausstoß von Giften so bezeichnen wollen, erheblich stieg.

Eine Zahl ist mir jedoch geläufig: Selbst die Apokalyptiker unter den Öko-Propheten behaupten heute nicht mehr, dass der Individualverkehr eine tragende Rolle spielen würde; selbst sie sehen ein, dass die 2% Gesamtschaden vielleicht geeignet sind, das Fass zum Überlaufen zu bringen, aber ganz sicher nicht vermeiden können, dass der Prozess fortgesetzt wird.

: Und im Übrigen wird über Waldschäden weniger gesprochen, vorhanden sind sie dennoch - und nicht zu knapp.

Der Waldschaden ist selbstverständlich immer noch präsent --- und wird damit zum Hohn für die Öko-Freaks. ;) Denn er widersetzt sich einfach jeder Anordnung, dass nun aber gewiss Dieses und wenn nicht Das, dann todsicher Jenes zu seiner Gesundung beizutragen habe...

Jahrzehnte der Rätselei und Ursachenforschung ... und alles, was wir heute wissen, ist weniger, als das, was wir vor Jahrzehnten "wussten". ... Wer oder was gibt Ihnen also die Sicherheit, dass das, was Sie heute "wissen" nicht mehr ist, als das, was Sie in 10, 20 oder 30 Jahren wissen werden? ;)

Ich wiederhole es nochmals: Auch ich bin davon überzeugt, dass der Mensch die Entwicklung BESCHLEUNIGEN kann und seinen Teil dazu auch beiträgt. Zum AUFHALTEN oder gar UMKEHREN fehlen ihm jedoch Mittel und Wissen; so dass er sich darin aufreiben kann, die Entwicklung zu VERLANGSAMEN ... oder Wege findet, die eine, und auch hier stimme ich den Apokalyptikern wieder zu, sicherlich anstehende "Mega-Katastrophe" umgehen ... nicht jedoch: zu vermeiden.


03.04.10   09:58 Uhr Antwort auf: Mit Verlaub:
Autor: Mediculus

Just Me..

:Ihre statements in diesem Themenbereich erscheinen mir eher sophistisch, denn ich kann nicht mehr erkennen, wo Ihre berechtigte Kritik an menschlichen Unarten aufhört und wo Ihre
:ähnlich intensive Hoffnung auf Besserung und die von Ihnen gelobten "Fortschritte der Menschheit" ihre Wurzeln hat.
:Sie stellen alles in einen gemeinsamen Kontext, der gegen alles und für jedes Phänomen menschlicher Existenz Argumente hat.
:Ich wäre einverstanden, wenn Sie den Menschen zunächst einmal als die Seuche des Universums ansehen würden.
:Danach könnte man dazu übergehen, die Symptome dieser Seuche auf unserem Planeten effektiv bekämpfen oder eindämmen zu wollen. Dafür gibt es viele Ansätze. Aber die industriell
:erzeugten "Fortschritte" sind fast alle vergiftet, da ihre Nebenwirkungen sich stärker auswirken, als ihre positiven Wirkungen.
:Der Mensch ist ein Sklave seiner Technik geworden. Die geistige Potenz in Bezug auf Sozialverhalten, vernünftigen Umgang mit Ressourcen, mit der Umwelt, die ja in Wirklichkeit unsere Welt ist, ist in der Steinzeit steckengeblieben, während unser technisches Hirn immer weitere Blüten treibt.
:Diese beiden Systeme unseres fatalen Großhirns in Einklang zu bringen, wäre eine echte Aufgabe. Leider ist genau die Gegenrichtung eingeschlagen worden.
:Ich sehe auch keine Chance zu einer Trendwende. Sie etwa ?
:Mediculus

...ist gemeint
Mediculus


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