08.08.09   17:54 Uhr Antwort auf: Regenerative Enenrgieen
Autor: LockeJ

PV arbeitet hier effektiv !- Geothermie und Biomasse sehen !


:Grundsaetzlich stimme ich den regenerativen Energiequellen
:zu 100 % zu.

:Man muss die Sache aber realistisch sehen.
:Solarenergie z. B. macht in unseren Gefilden nicht wirklich
:Sinn, ausser im Sommer. Im Winter aber, wenn man die meiste
:Energie braucht, wird man kaum von Solarenergie leben
:koennen.

Die durch Photovoltaik nutzbare Gesamtenergie würde zur Deckung des Energiebedarfes nutzen, wenn man konsequent alle nutzbaren Flächen nutzte.

Es ist ein Irrglaube, Photovoltaikanlagen produzierten in wärmeren/sonnigeren Ländern mehr Strom als bei uns in Deutschland. Tatsächlich nimmt der Nutzungsgrad von Photovoltaikanlagen bei steigenden Temperarturen rapide ab, so daß reine PV-Anlagen hier in Zentraleuropa am effektivsten arbeiten können.
Selbst PV-Anlagen auf nordwärts geneigten Dachflächen schaffen ca. 70% jener Leistung von Refferenzanlagen mit südlicher Auslastung, da das Streulicht einen Großteil der nutzbaren Energie erbringt.

Anders stellt sich dies natürlich bei jenen Anlagen dar, welche durch die Ausnutzung von Verdunstung und Kondensierung Turbinen antreiben. Hier sind größere Temperaturunterschiede tatsächlich von Vorteil.

:Es macht Sinn, (so wie es mWn auch geplant ist) mehrere
:Staaten in Afrika (die ja dann Sommer haben wenn bei uns
:Winter ist) mit Solarkraftwerken auszustatten.
:
:Gewiss machen wir uns da abhaengig, aber der Vorteil
:wiederum ist, dass so manch armer afrikanischer Staat einen
:neuen Wirtschaftszweig hat und somit Arbeitsplaetze.
:Dadurch erspart sich Europa zumindest einen Teil an
:Armutimport. (Wirtschaftsfluechtlinge)

Ich stimme dem Argument mit den Wirtschaftsflüchtlingen zu.
Gebe jedoch zu bedenken, daß die beteiligten Staaten Afrikas darauf bestehen werden, zumindest anteilig am Energieertrag teilzuhaben, um ihre eigene Nachfrage nach Strom zu dacken.
Da zu vermuten ist, daß die Nachfrage nach Elektrizität dort ähnlich zunehmen wird, wie dies in den Industriestaaten geschah, dürfte ihr Hunger nach Energie in den nächsten Jahrzehnten stark zunehmen.
Also wird der Anteil den diese (afrikanischen) Staaten für die eigene Bevölkerung beanspruchen ebenfalls steigen.

Wenn es dann zu ähnlichen Auswüchsen kommt, wie in einigen Erdöl fördernden Ländern, schaffen wir uns nur noch zusätzliche Probleme.
Schon heute stellen einige Erdöl fördernde Länder ihrer eigenen Industrie und der eigenen Bevölkerung Energie zu Dumpingpreisen zur Verfügung, ums so der eigenen Wirtschaft einen Wettbewerbsvorteil zu verschaffen.
Sollte dies in den betroffenen afrikanischen Ländern ebenfalls geschehen, dürften die Auswirkungen auf unsere Wirtschaft katastrophal sein, da unser Land die Energie nicht dauerhaft subventionieren kann, wenn es sie importieren muß.

:Windenergie, saubere Sache und ganzjaehrig verfuegbar.
:Den landschaftskosmetischen Punkt in Betracht zu ziehen
:halte ich fuer wenig sinnvoll, solange der Nutzen
:ueberwiegt.
:
:Wasserkraft, ja!
:Aber bitte keine neuen Wasserkraftwerke.
:Hier leidet tatsaechlich die Natur unter der extremen
:Veraenderung.
:
:A propos Wasserkraft:
:
:Wieso werden die vielen Anlegestellen fuer Schiffe auf
:den grossen Fluessen Deutschlands nicht dazu genutzt,
:um Turbinen anzutreiben?
:
:Bei einer Flussgeschwindigkeit von 2m/s kommt schon einiges
:an nicht genutzter Energie zusammen.
:
:

Deinen Argumenten in Bezug auf Wind- und Wasserkraft stimme ich in vollem Maße zu, zumal nach meinem Erkenntnisstand die Wasserkraft in Deutschland keinen wesentlich größeren Beitrag zur Energieversorgung beisteuern kann, als dies schon heutzutage der Fall ist.

Eine Möglichkeit die Wasserkraft verstärkt zu nutzen sehe ich lediglich in der Nutzung großer Pumpspeicherbecken zur "Zwischenlagerung" von Spitzen in Energiegewinnung aus anderen Energiequellen,

Desweiteren denke ich, daß auch die Nutzung von Geothermie und Biogasen eine stärkere Beachtung finden sollte.
So frage ich mich gelegentlich, warum Biogas aus dem Dung von Nutztieren zur Gewinnung von Elektrizität genutzt wird, ich jedoch noch nie gehört habe, daß ähnliches in den Kläranlagen (mit menschlichen Ausscheidungen) gebaut würde.

Für mich persönlich erachte ich es als erstrebenswertes Ziel, eine (möglichst weitgehende) energetische Autarkie für mein Grundstück und Haus zu erzielen.
Dieses nicht nur aus einer Laune als "grüner Phantast" heraus, sondern auch aus rein wirtschaftlichen Gründen.

Da ich eine Energieverknappung über die nächsten Dekaden vermute, rechne ich mit einer explosionsartigen Verteuerung aller Energien.
Ein Wirtschaftsunternehmen mag ja noch in der Lage sein, diese Preisentwicklung an den Endabnehmer weiterzureichen.
Doch ich habe diese Möglichkeit als Privatperson nicht.


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