29.01.10   09:54 Uhr
Autor: Skywalker

Global Brutal

Global Brutal

Die folgenden Zitate stammen aus dem Werk „Global Brutal“ von Michel Chossudovsky. Ich
lasse die zitierten Passagen zunächst ganz für sich selber sprechen.

„Seit den frühen 80er Jahren zwingen IWF und Weltbank den Entwicklungsländern als Bedingung
für Umschuldungsverhandlungen und neue Kredite Programme zur „makroökonomischen
Stabilisierung“ und „Strukturanpassung“ auf. Diese Programme haben zur Verarmung
Hunderter Millionen von Menschen geführt. Entgegen dem Geist der Vereinbarungen von
Bretten Woods, wo IWF und Weltbank 1944 aus der Taufe gehoben wurden, zielen diese
Strukturanpassungsprogramme nicht auf wirtschaftlichen Wiederaufbau und stabile Wechselkurse;
sie sind vielmehr zu einem großen Teil dafür verantwortlich, nationale Währungen zu
destabilisieren und die Wirtschaften von Entwicklungsländern zu ruinieren.
In den betreffenden Ländern kollabiert die Binnenkaufkraft, brechen Hungersnöte aus, müssen
Krankenhäuser und Schulen geschlossen werden, bleibt nunmehr Hunderten Millionen
von Kindern das Recht auf elementare Bildung versagt. In mehreren Regionen der unterentwickelten
Welt haben die Reformen zu einem Wiederaufleben von Infektionskrankheiten geführt,
darunter Tuberkulose, Malaria und Cholera. Obwohl es der Weltbank offiziell obliegt,
die Armut zu bekämpfen und zum Umweltschutz beizutragen, hat sie mit ihrer Unterstützung
für große Wasserkraftwerke und agrarindustrielle Produktion tatsächlich den Prozess der
Entwaldung und der Zerstörung der natürlichen Umwelt beschleunigt und Beihilfe zur erzwungenen
Umsiedlung und Vertreibung von mehreren Millionen Menschen geleistet.“ (Michel
Chossudovsky: „Global Brutal“, S.39)

Die Zerstörung der Volkswirtschaften

„Zu keiner Zeit in der Geschichte hat der – mit makroökonomischen Instrumenten manipulierte
– „freie“ Markt eine so wichtige Rolle für das Schicksal souveräner Staaten gespielt.
Die Umstrukturierung der Weltwirtschaft unter Führung von IWF und Weltbank nimmt Entwicklungsländern
zunehmend die Möglichkeit, ihre Volkswirtschaften eigenständig aufzubauen.
Statt dessen machen die internationalen Finanzorganisationen aus diesen Ländern offene
Wirtschaftsgebiete und verwandeln ihre Volkswirtschaften in Reservoirs billiger Arbeitskräfte
und natürlicher Ressourcen. Die Verabreichung der bitteren „Wirtschaftsmedizin“
des IWF trägt dazu bei, die Warenpreise weiter zu drücken, weil sie einzelne Länder gleichzeitig
zwingt, ihre Volkswirtschaften auf einen schrumpfenden Weltmarkt einzustellen.“ (Michel
Chossudovsky: „Global Brutal“, S.43)

Kontrolle durch Kredite

„Wie sind souveräne Länder unter die Vormundschaft der internationalen Finanzorganisationen
geraten? Als sie erst verschuldet waren, konnten IWF und Weltbank ihnen bei Verhandlungen
über neue Kredite strenge Bedingungen aufzwingen (sogenannte conditionalities), die
im Sinne der Interessen der staatlichen und privaten Gläubiger erheblich in ihre Wirtschaftspolitik
eingreifen.
Die Schuldenlast der Entwicklungsländer ist seit den frühen 80er Jahren ständig gestiegen,
trotz der verschiedenen Umschuldungs-, Umschichtungs- und Schuldenkonversionsprogramme.
Tatsächlich haben diese Verfahren in Verbindung mit neuen, an politische Bedingungen
geknüpften Krediten von IWF und Weltbank im Rahmen von Strukturanpassungsprogrammen
die Schulden der Entwicklungsländer noch vermehrt, während sie gleichzeitig dafür
sorgten, dass sie ihrem Schuldendienst nachkommen, also rechtzeitig ihre Zinsen zahlen
konnten.“ (Michel Chossudovsky: „Global Brutal“, S.59)

Phase eins: Wirtschaftliche Stabilisierung

„Als Vorbedingungen auch nur der Verhandlungen übe Strukturanpassungskredite wird vom
IWF häufig eine Währungsabwertung verlangt. Der IWF argumentiert stets, dass der Umtauschkurs
„überbewertet“ sei. Der Umtauschkurs ist bei weitem das wichtigste Instrumentarium
der makroökonomischen Reform. Eine Währungsabwertung – einschließlich Vereinheitlichung
des Wechselkurses und der Beseitigung von Umtauschbeschränkungen – wirkt sich
fundamental auf Angebot und Nachfrage innerhalb einer Volkswirtschaft aus. Sie hat unmittelbar
einen abrupten Preisanstieg zur Folge und führt zu einer dramatischen Verringerung der
realen Einkommen, während sie gleichzeitig den in harter Währung ausgedrückten Wird er
Lohnkosten senkt. Eine Abwertung reduziert zudem den Dollarwert der Staatsausgaben und
erleichtert so die Freisetzung von Staatseinnahmen für die Bedienung der Auslandsschulden.
Deshalb ist die Destabilisierung der nationalen Währung das verborgene Kernziel von IWF
und Weltbank.
Die sozialen Auswirkungen der vom IWF betriebenen Währungsabwertungen sind brutal und
stellen sich unmittelbar ein. Die heimischen Preise für Grundnahrungsmittel, wichtige Arzneien,
Kraftstoffe und öffentliche Dienste steigen über Nacht. Eine Abwertung löst unweigerlich
Inflation und die „Dollarisierung“ der heimischen Preise aus.“ (Michel Chossudovsky:
„Global Brutal“, S.69f)

Phase 2: Strukturreform

Auf die makroökonomische „Stabilisierung“ – Grundbedingung für die Gewährung von
Überbrückungskrediten durch den IWF und für die Umschuldung der Auslandsschulden beim
Pariser und Londoner Club – folgt die Durchführung sogenannter „notwendiger“ Strukturreformen.
Dazu gehören vor allem die Liberalisierung des Handels, die Deregulierung des Bankensektors,
die Privatisierung von Staatsunternehmen und von Ackerland, eine Steuerreform,
die „Bekämpfung der Armut“ und „gute Regierungsführung“. (Michel Chossudovsky: „Global
Brutal“, S.75)

Für mich läuft das Ganze eindeutig unter „manipulative Einmischung in die inneren Angelegenheiten
souveräner Staaten. Das ist unter keinen Umständen hinzunehmen. IWF und Weltbank
(z.T. gesellt sich noch die WTO hinzu)scheinen dabei „die“ weltweit agierenden Verbrecherorganisationen
schlechthin zu sein.
Es ist schon interessant, dass der angebliche Humanist George Soros genau eine Theorie des
Währungsgefälles und des Abfließens des Weltvermögens von den Entwicklungsländern in
die riechen Industrieländer vertritt, und seine Milliardengewinne eben genau mit den hier beschriebenen
Währungsabwertungen „verdient“ hat. Ich selber kann das auch, wenn mir nur
ein Insider von IWF oder Weltbank vorher verrät, welches Land als nächstes drankommt, und
ruiniert werden soll. Das war für mich ein Schlag ins Gesicht. Und ich hielt mal große Stücke
auf George Soros. War nicht unser Bundespräsident Horst Köhler, den ich in seiner jetzigen
Funktion durchaus schätze, vorher Mitglied einer dieser verbrecherischen Weltfinanzorganisationen?
Na, wenigstens kann er jetzt einiges wieder gut machen.

Joachim Stiller Münster, 2009

Gruß Joachim Stiller Münster


Alle Beitäge in diesem Diskussionsfaden


BeiträgeAutorDatum
Global BrutalSkywalker29.01.10   09:54 Uhr
    Scheinheiliger UnsinnBrandon08.02.10   19:32 Uhr
        BuchtippRagnaroek08.02.10   20:33 Uhr

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08.02.10   19:32 Uhr Antwort auf: Global Brutal
Autor: Brandon

Scheinheiliger Unsinn


*** SYSTEM-HINWEIS: Dieser Beitrag wurde vom Verfasser zuletzt am 08.02.2010 - 19:35 Uhr editiert! ***


Werter Herr Stiller reden sie doch nicht so scheinheilig daher.

Ihr geschätzter Freund "Horst Köhler" hat bekannerweise vor seiner jetzigen Zwangsverpflichtung durch Frau Merkel zur "hölzernen" Bundespräsidial Attrappe, folgende Funktionen zur Zufriedenheit seiner Vorgesetzten ausgefült

- 1982 Leiter des Ministerbüros und Leiter der Unterabteilung I A im Bundesministerium der Finanzen

- 1987 wird er Leiter der Abteilung I im Bundesfinanzministerium für Grundsatzfragen der Finanzpolitik, finanzielle Fragen einzelner Bereiche und industrielles Bundesvermögen

- Ab 1989 war er Leiter der Abteilung VII des Bundesfinanzministerium für Geld und Kredit.

- 1990 ernennt Bundesfinanzminister Theo Waigel Horst Köhler zum Staatssekretär.

- Köhler organisiert den Weltwirtschaftsgipfel von München, als Deutschland 1992 Gastgeber der G-7 ist.

- 1993 scheidet Horst Köhler aus der Bundesregierung aus und wird Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes

- 1998 bittet ihn Helmut Kohl, Präsident der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung in London zu werden.
(Aufgabe der Bank ist es, Marktwirtschaft und Demokratie in den ehemaligen Ostblockstaaten aufzubauen.) und Abwicklung der ex-DDR.

- Auf Vorschlag von Bundeskanzler Gerhard Schröder wird Horst Köhler im Jahr 2000 Geschäftsführender Direktor des Internationalen Währungsfonds IWF in Washington, D.C

Köhler (mit Tietmeyer, Präsident der dt. Bundesbank, 1993-1999) waren unter der Regierung Kohl maßgeblich an der "Abwicklung" der ehemaligen DDR unter Zuhilfenahme von milliardenschweren Steuergeschenken an die deutsche Industrie beteiligt.

Ich weiß nicht, was es da noch "schönzureden" und zu beschwichtigen gibt? Und was soll Köhler eigentlich jetzt noch "gutmachen" und besonders wie? Er ist der falsche Mann an der falschen Stelle, oder umgekehrt, einer der in Dankbarkeit jeder CDU Regierung gegenüber dieser und Frau Merkel den Rücken freihalten wird.

Übrigens der Titel seiner Dissertation an der Univ. Tübingen lautete:
"Freisetzung von Arbeit durch technischen Fortschritt".

+++




08.02.10   20:33 Uhr Antwort auf: Scheinheiliger Unsinn
Autor: Ragnaroek

Buchtipp

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:*** SYSTEM-HINWEIS: Dieser Beitrag wurde vom Verfasser zuletzt am 08.02.2010 - 19:35 Uhr editiert! ***
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:Werter Herr Stiller reden sie doch nicht so scheinheilig daher.
:
:Ihr geschätzter Freund "Horst Köhler" hat bekannerweise vor seiner jetzigen Zwangsverpflichtung durch Frau Merkel zur "hölzernen" Bundespräsidial Attrappe, folgende Funktionen zur Zufriedenheit seiner Vorgesetzten ausgefült
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:- 1982 Leiter des Ministerbüros und Leiter der Unterabteilung I A im Bundesministerium der Finanzen
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:- 1987 wird er Leiter der Abteilung I im Bundesfinanzministerium für Grundsatzfragen der Finanzpolitik, finanzielle Fragen einzelner Bereiche und industrielles Bundesvermögen
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:- Ab 1989 war er Leiter der Abteilung VII des Bundesfinanzministerium für Geld und Kredit.
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:- 1990 ernennt Bundesfinanzminister Theo Waigel Horst Köhler zum Staatssekretär.
:
:- Köhler organisiert den Weltwirtschaftsgipfel von München, als Deutschland 1992 Gastgeber der G-7 ist.
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:- 1993 scheidet Horst Köhler aus der Bundesregierung aus und wird Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes
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:- 1998 bittet ihn Helmut Kohl, Präsident der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung in London zu werden.
:(Aufgabe der Bank ist es, Marktwirtschaft und Demokratie in den ehemaligen Ostblockstaaten aufzubauen.) und Abwicklung der ex-DDR.
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:- Auf Vorschlag von Bundeskanzler Gerhard Schröder wird Horst Köhler im Jahr 2000 Geschäftsführender Direktor des Internationalen Währungsfonds IWF in Washington, D.C
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:Köhler (mit Tietmeyer, Präsident der dt. Bundesbank, 1993-1999) waren unter der Regierung Kohl maßgeblich an der "Abwicklung" der ehemaligen DDR unter Zuhilfenahme von milliardenschweren Steuergeschenken an die deutsche Industrie beteiligt.
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:Ich weiß nicht, was es da noch "schönzureden" und zu beschwichtigen gibt? Und was soll Köhler eigentlich jetzt noch "gutmachen" und besonders wie? Er ist der falsche Mann an der falschen Stelle, oder umgekehrt, einer der in Dankbarkeit jeder CDU Regierung gegenüber dieser und Frau Merkel den Rücken freihalten wird.
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:Übrigens der Titel seiner Dissertation an der Univ. Tübingen lautete:
:"Freisetzung von Arbeit durch technischen Fortschritt".
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Buchtipp: Joseph Stiglitz "Globalization and its discontents"

Mehr muss man dazu nicht sagen. Aber das ganze funktioniert doch hervorragend. Was die "Grossen" verzapft haben, buegelt der gehirngewaschene, pflichtbewusste und so erzogene, einfache Steuerzahler mit seinen Spenden wieder aus. Und wird sogar noch in dem irrsinnigen Glauben gelassen, Gutes getan zu haben - alles im Namen der Entschuldigung fuer "boesen Kolonialismus und Sklaverei!"




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