20.09.09   15:55 Uhr
Autor: Majoran

Guido Westerwelle

Liebe Foren-Mitglieder,

Guido Westerwelle tritt als Kanzlerkandidat zur Bundestagswahl 2009 für die FDP an.

Was halten Sie von der bisherigen politischen Tätigkeit des Politikes?
Was erwarten oder erhoffen Sie sich und warum sollte man ihn bzw. seine Partei wählen oder nicht wählen?

Ich freue mich auf Eure Meinungen.

Majoran


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BeiträgeAutorDatum
Guido WesterwelleMajoran20.09.09   15:55 Uhr
    Farbloser MehrheitsbeschafferJustMe21.09.09   12:26 Uhr
        Sehr schön...Mediculus21.09.09   18:12 Uhr

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21.09.09   12:26 Uhr Antwort auf: Guido Westerwelle
Autor: JustMe

Farbloser Mehrheitsbeschaffer

:Was halten Sie von der bisherigen politischen Tätigkeit des Politikes?

Kurze Gegenfrage: Welche "politische Tätigkeit"? Hat er denn etwas geleistet, außer in der Opposition stets dagegen und in der Regierung stets zufrieden mit seinen Leistungen zu sein; und - trotz gegenteiliger Beweise - immer noch zu glauben, dass er als einziger den Stein der Weisen besäße?

Ja, wenn ich es recht bedenke, hat er etwas geleistet: Herr Westerwelle schaffte es - wie kein anderer vor ihm -, der FDP auch die letzte Farbe zu rauben. Neben ihm wirkt mittlerweile selbst der Generalsekretär, der sich auch in Zeiten des Wahlkampfes höchstens an zweitrangigen politischen Gegnern und Freunden abarbeiten darf, bestenfalls noch schwarz/weiß. Und seine neuesten Profilierungsversuche "Wer nicht will, dass Kommunisten regieren, muss Gelb wählen!" wirken in ihrem Pathos eher hilflos; während seine Wahlkampfauftaktrede in Düsseldorf der eines Sonntagspredigers ebenbürtig war.

:Was erwarten oder erhoffen Sie sich und warum sollte man ihn bzw. seine Partei wählen oder nicht wählen?

Um ehrlich zu sein, "ihn zu wählen" bedeutet, dass wir dem Personenkult wieder Vorschub leisten. Demokratie, auch - und gerade - wenn es sich um eine Vertretungsdemokratie handelt, setzt voraus, dass die Vertreter jederzeit und überall austauschbar sind.

Seit diese Partei, beginnend bereits in der Mitte der 60er Jahre, die Unterstützung ihres ursprünglichen Klientels verlor, war sie stets Mehrheitbeschaffer für Links wie Rechts. Und folgt man dem aktuellen Programm, das deutlich klar stellt, dass man auch aus der aktuellen Krise nicht zu lernen bereit ist, muss man entweder so reich sein, sich leisten zu können, vor dem Zusammenbruch noch rechtzeitig das Weite suchen zu können, oder so verzweifelt sein, dass man unter Auslebung seiner masochistischen Neigungen freudig in die nächste Krise strebt, um wenigstens in der Zwischenzeit (beim letzten Mal waren es kaum 7 Jahre) wenigstens ansatzweise den eigenen Traum von "unendlicher Freiheit" leben zu können.

Dennoch: Diese Partei ist zwingend notwendig im politischen Kaleidoskop. Und sollte sie es eines Tages begreifen, dass nicht mehr die GRÜNEN in ihrem sondern sie im grünen Revier wildern, sollte sie also feststellen, dass sie als Mittelstandpartei zu farblos, zu flexibel, zu austauschbar geworden ist, wird sie definitiv einen Wähler - mich - gewinnen können. Bis dahin, das gebe ich unumwunden zu, sind mir meine wenigen Habseligkeiten zu kostbar, als dass ich sie auf den Altar einer "freien, selbstregulierten Nachtwächter-Staats-Marktwirtschaft" legen möchte. Ich hasse Ghettos nun einmal aus reinem Prinzip; ganz egal, ob man Reiche oder Arme darin einsperren muss...


21.09.09   18:12 Uhr Antwort auf: Farbloser Mehrheitsbeschaffer
Autor: Mediculus

Sehr schön...

::Was halten Sie von der bisherigen politischen Tätigkeit des Politikes?
:
:Kurze Gegenfrage: Welche "politische Tätigkeit"? Hat er denn etwas geleistet, außer in der Opposition stets dagegen und in der Regierung stets zufrieden mit seinen Leistungen zu sein; und - trotz gegenteiliger Beweise - immer noch zu glauben, dass er als einziger den Stein der Weisen besäße?
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:Ja, wenn ich es recht bedenke, hat er etwas geleistet: Herr Westerwelle schaffte es - wie kein anderer vor ihm -, der FDP auch die letzte Farbe zu rauben. Neben ihm wirkt mittlerweile selbst der Generalsekretär, der sich auch in Zeiten des Wahlkampfes höchstens an zweitrangigen politischen Gegnern und Freunden abarbeiten darf, bestenfalls noch schwarz/weiß. Und seine neuesten Profilierungsversuche "Wer nicht will, dass Kommunisten regieren, muss Gelb wählen!" wirken in ihrem Pathos eher hilflos; während seine Wahlkampfauftaktrede in Düsseldorf der eines Sonntagspredigers ebenbürtig war.
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::Was erwarten oder erhoffen Sie sich und warum sollte man ihn bzw. seine Partei wählen oder nicht wählen?
:
:Um ehrlich zu sein, "ihn zu wählen" bedeutet, dass wir dem Personenkult wieder Vorschub leisten. Demokratie, auch - und gerade - wenn es sich um eine Vertretungsdemokratie handelt, setzt voraus, dass die Vertreter jederzeit und überall austauschbar sind.
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:Seit diese Partei, beginnend bereits in der Mitte der 60er Jahre, die Unterstützung ihres ursprünglichen Klientels verlor, war sie stets Mehrheitbeschaffer für Links wie Rechts. Und folgt man dem aktuellen Programm, das deutlich klar stellt, dass man auch aus der aktuellen Krise nicht zu lernen bereit ist, muss man entweder so reich sein, sich leisten zu können, vor dem Zusammenbruch noch rechtzeitig das Weite suchen zu können, oder so verzweifelt sein, dass man unter Auslebung seiner masochistischen Neigungen freudig in die nächste Krise strebt, um wenigstens in der Zwischenzeit (beim letzten Mal waren es kaum 7 Jahre) wenigstens ansatzweise den eigenen Traum von "unendlicher Freiheit" leben zu können.
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:Dennoch: Diese Partei ist zwingend notwendig im politischen Kaleidoskop. Und sollte sie es eines Tages begreifen, dass nicht mehr die GRÜNEN in ihrem sondern sie im grünen Revier wildern, sollte sie also feststellen, dass sie als Mittelstandpartei zu farblos, zu flexibel, zu austauschbar geworden ist, wird sie definitiv einen Wähler - mich - gewinnen können. Bis dahin, das gebe ich unumwunden zu, sind mir meine wenigen Habseligkeiten zu kostbar, als dass ich sie auf den Altar einer "freien, selbstregulierten Nachtwächter-Staats-Marktwirtschaft" legen möchte. Ich hasse Ghettos nun einmal aus reinem Prinzip; ganz egal, ob man Reiche oder Arme darin einsperren muss...

...Ihre Beiträge insgesamt. Getragen von Kennntis über den Rahmen des "Gefühlten" hinaus und sorgsam abwägend Pro und Kontra. Den Finger legen Sie präzise in die Wunden.
Das kann hier manchem durchaus bei der Wahlentscheidung helfen.-
Danke !
Mediculus


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