Autor: JustMe
Bankrott? Nein! Fragil? Sicher doch!
: Die Sache mit dem Bankrott hat wenig damit zu tun, wieviel Schulden man hat, sondern viel mehr mit Liquidität.: Die Liquidität und ihre Dehnung mit Kreditfähigkeit hängt nur mit einem einzigen Faktor zusammen:
: Wieviel Vertrauen hat die Welt in einen Staat ihm Kredit zu geben. Verschwindet dieses Vertrauen, ist die Kreditfähigkeit verloren und damit auch die Liquidität und damit der Staatsbankrott vorgegeben.
: Genau an diesem Punkt stand die DDR.
Fast. Denn die Reputation der DDR in den, den Weltmarkt dominierenden, Ländern war nie gut. Im Gegenteil. Die fast völlige Abriegelung vom Weltmarkt führte zu hoher Innovation bei Substituten. Die Presspappe der Autos, das "Alu-Zeitalter" oder der Marzipan-Ersatz "Persipan" seien hier nur beispielhaft genannt. Insofern war auch der Einfluss schwindenden Vertrauens marginalisiert.
Letzten Endes war es aber nur ein Spiel auf Zeit, denn der Investitionsstau wurde gewaltig und das Deckungsvermögen war schlicht nicht vorhanden. Zum Zeitpunkt der "Wende" jedoch von einem wirtschaftlichen Zusammenbruch zu sprechen, ist schlicht das unreflektierte Wiederkäuen der Sieger-Propaganda, die guten Grund hat, von den tatsächlichen Hintergründen abzulenken. Vielmehr war es eine Akkumulation von Ereignissen, die alle Experten und Beteiligten überraschten. Es begann mit dem Wunsch nach mehr Mitbestimmung ("Wir sind das Volk!") , führte über den Wunsch nach der Erleichterung des Grenzverkehrs ("Die Grenzen sind offen. ... Soweit ich weiß, ab jetzt.") zur Annexion der DDR ("Wir haben euch befreit!") und der rasend schnellen Ausblutung des Staatsvermögens der Ost- UND West-Bürger (Einige Ost-Banken wurden samt - aber weggerechnet - laufender Kredite,für einen Appel und ein Ei u.a. an die Deutsche Bank verhökert; Betriebe, die bis heute Hochleistungsbetriebe sind, wie etwa Zeiss, gingen für den Gegenwert eines Pausenbrotes an private Besitzer, Aufbausubventionen, wie die der Bremer Vulkan, wurden in Milliardenhöhe direkt in private Taschen umgeleitet, ... kurz: der gesamtwirtschaftliche Schaden der durch Experten erstellten Fehleinschätzungen für den Steuerzahler wird mittlerweile auf mehr als 600 Mrd DM beziffert; und diese Zahl betrifft nur die Teile, die in finanziellen Mitteln messbar waren), bei der man ein ums andere Mal fehlerhaft kalkulierte und damit JEDE volkswirtschaftliche Theorie ad absurdum führte (was aber offenbar niemanden daran hindert, es weiter zu lehren oder zu verbreiten).
Böse Zungen sagen heute im Osten:
» Über 40 Jahre haben wir erfolglos versucht, den Kapitalismus von außen kaputt zu machen.
» Keine 20 Jahre haben wir gebraucht, es von innen zu schaffen.
Und auch wenn das nur ein lustiger Aphorismus ist: Die Habgier ist ein guter Katalysator...
Zum Rest vermag ich nur wenig zu sagen, denn ich sehe die "Reparationen der Bundesrepublik" unter dem Licht, dass man auch eine Gegenleistung erfährt und sowieso in der Situation wäre, abgeben zu müssen. Wenn nicht unter Rückhalt auf die Boshaftigkeit der Deutschen, dann unter anderen Fahnen...
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