Autor: JustMe
Alles ist "Thema"
: Die Welt ist schlecht,weil sie von den Menschen schlecht organisiert und gestaltet wird.Das wiederum hängt damit zusammen das der Mensch nicht in der Lage ist gesamtgesellschaftliche Prozesse in seinem eigenen Interesse optimal zu beherrschen.Das zu ändern bedarf es nichts anderes als die vorherrschenden Machtverhältnisse zu ändern.Es geht sogar noch kürzer, orbitter: Der Mensch schafft sich die Umwelt, in der er leben will. Ob er will oder nicht.
Damit ist ebenfalls alles - und nichts - gesagt, denn es sind die Feinheiten, die das eigentliche Verständnis ausmachen, wie Sie auch daran erkennen können, dass cobaye bisher, also solange er sich auf äußerst abstrakter Ebene bewegte, keinen Grund zum Nachdenken sah. Ihm wurde alles in überschaubaren und scheinbar in sich geschlossenen Häppchen präsentiert, die vom abstrakten "Wir wollen doch nur dein Bestes!" zusammengehalten wurden.
Erst wenn man sich mit den Hintergründen dieser abstrakten Phrase auseinander setzt, stellt man fest, dass das "Beste" verschieden interpretiert werden kann und dennoch die Aussage richtig bleibt. Und genau diese unterschiedliche Interpretation ist es, die zu den verschiedenen Schlussfolgerungen führt, und die deshalb nur aufgebrochen werden kann, wenn man die relevanten Details - hier im Besonderen die Definition des Begriffes "das Beste" - in aller Ausführlichkeit beleuchtet.
Nehmen wir ein einfaches, leichter nachvollziehbares Beispiel: Integralrechung ist für cobaye trivial. Es reicht, ihn mit dem Begriff zu füttern, und er weiß, was auf ihn zukommt. Realschüler oder Hauptschüler hingegen wüssten den Begriff nicht einmal einzuordnen, ganz zu schweigen davon, dass sie wüssten, was dahinter steckt oder welchem Zweck es dient. Man muss also notgedrungen Detail für Detail erläutern, erörtern, zusammenfügen.
Und, an dieser Stelle hinkt mein Beispiel gewaltig, während die Mathematik eindeutige und unumstößliche Regeln hat, die sich nicht - oder zumindest nur selten - von Subjektivität in die Suppe spucken lassen, ist Gesellschaftspolitik so vielfältig interpretierbar, wie es Menschen gibt. Und jeder hat ein bisschen Recht, was das Ganze noch aufwändiger macht, denn nun muss man nicht nur verschiedene Meinungen zum Sinn des Ganzen diskutieren, sondern überhaupt erst einmal festzustellen versuchen, wer wo warum irrt und welche Folgen der Irrtum hat oder haben kann...
Das ist aufwändig und ermüdend - aber für alle Seiten. Jeder, der von seiner Meinung überzeugt ist, glaubt, der Andere weigere sich absichtlich, das Licht der Weisheit zu sehen. Also möchte er gern abkürzen, weil das Ziel doch so offensichtlich greifbar ist. ... Aber ist es das wirklich?
In diesem Sinne:
: Man kann dabei auch sehr schnell vom eigentlichen Thema abkommen ...
Es gibt kein "eigentliches Thema", orbitter. Bestenfalls könnte man es unter "Meinung" subsummieren.
Denn jede Antwort auf eine beliebige gesellschaftspolitische Frage hängt maßgeblich von der tendenziellen Meinung ab, die ich zu vertreten geneigt bin. Und die wiederum besteht aus unendlich vielen Facetten, wie Majoran immer wieder bekundet, wenn er all die Bösen dieser Gesellschaft aufzählt, die die Menschen negativ beeinflussen...
In gebotener Kürze: Wann immer Sie denken, sind Sie beim Thema. Wann immer Sie reden, sind Sie beim Thema. ;)
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