24.09.09 23:02 Uhr
Autor: ArthurDent
Gibt es Alternativen zu Parteien?
*** SYSTEM-HINWEIS: Dieser Beitrag wurde vom Verfasser zuletzt am 24.09.2009 - 23:10 Uhr editiert! ***
Ich hab im Wahlen, Parteien etc. Forum viel von Wahlboykott, Totalitarismus Abschaffung der Parteien u.ä. gelesen.
Daher meine Frage: Gibt es Alternativen zu Parteien? Wenn ja, welche?
Alle Beitäge in diesem Diskussionsfaden
| Beiträge | Autor | Datum |
|---|---|---|
| Gibt es Alternativen zu Parteien? | ArthurDent | 24.09.09 23:02 Uhr |
| Wir sind weit davon entfernt | orbitter | 24.09.09 23:48 Uhr |
| Ja: "Weniger Partei = mehr Demokratie" | JustMe | 25.09.09 09:17 Uhr |
| Begriff Partei negativ belegt | Majoran | 25.09.09 12:28 Uhr |
| Stets sachbezogen und ideologiefrei? Never ever. | gavia | 25.09.09 20:18 Uhr |
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Autor: orbitter
Wir sind weit davon entfernt
Es gibt fast zu allen Dingen in unserem Leben akzeptabele Alternativen sofern sie gewollt und zielstrebig angepeilt werden.Die konkrete Alternative zu den politischen Parteien wäre die direkte Demokratie.Die direkte Demokratie ist aber zur Zeit eher vage Wunschvorstellung und ich bin überzeugt auch von der Mehrheit der Bevölkerung auch (noch) nicht erwünscht.Die direkte D.würde auch als Bedingung voraussetzen das jeder Bürger direkten Einfluß auf politische Entscheidungen nehmen könnte,in der heutigen BRD ist das illussionär.
Autor: JustMe
Ja: "Weniger Partei = mehr Demokratie"
:Gibt es Alternativen zu Parteien?Ganz eindeutige Antwort: Nein!
Egal, was man sich vorstellt, es wird IMMER "Interessenvertretungen" geben müssen, denn niemand kann "Spezialist für Alles" sein, oder sollte, schlimmer noch, seine Entscheidungen aus dem Bauch treffen, wenn Demokratie funktionieren soll.
Und wenn man sich anschaut, dass die meisten Menschen heute schon damit überfordert sind, sich die Parteiprogramme der Hand voll Parteien, die es gibt, durchzulesen und sich für die Gesichter, Gedanken und Absichten ihrer (potenziellen) Vertreter zu interessieren, kann man ableiten, auf welcher Wissensbasis Entscheidungen zur Stromver- und Abfallentsorgung oder über Hasenzüchtervereine getroffen werden.
Die eigentliche Frage, die gestellt und beantwortet werden müsste, lautet also weniger "Gibt es Alternativen zu Parteien?" sondern viel mehr "Wie können wir die Parteien wieder zu Interessenvertretern machen?".
Und hier gilt die Antwort, die orbitter gab: Mehr - nicht aber ultimative - direkte Demokratie. Denn genauso, wie das jetzige fast absolute Schwarz katastrophal ist, wäre auch das absolute Weiß in Form universeller Basisdemokratie schlicht zerstörerisch.
Autor: Majoran
Begriff Partei negativ belegt
ich denke schon, daß es Alternativen zu heutigen Parteien gibt.:Die eigentliche Frage, die gestellt und beantwortet werden müsste, lautet also weniger "Gibt es Alternativen zu Parteien?" sondern viel mehr "Wie können wir die Parteien wieder zu Interessenvertretern machen?".
Im Prinzip stimme ich zu, nur geht das nicht, wenn Du DIE PARTEIEN sagst, weil die in heutigen Interessensverbindungen verhafteten "Politiker/innen" für eine Politik der direkten Demokratie von morgen zum überwiegenden Teil nicht rehabilitierbar sind. es hat noch nie funktioniert, den Bock zum Gärtner zu machen.
Direkte Demokratie könnte in Form von ressortuntergeordneten Gremien von parteilosen und frei wählbaren "Volksvertretern" praktiziert werden, die per gemeinsamen Beschluss nichts anderes, als Geld zu verteilen haben und hautnah öffentlich live online kontrolliert werden. neue Interessensvertretungen werden demokratisch auf Bemessung von öffentlichen Mitteln taxiert und entsprechend durch Gremien subventioniert/reguliert.
zukünftige "Volksvertreter", die nicht nur zufällig als "Geschworenenvertretung" in Gremien landen möchten, müßten sich, vergleichbar wie im Sport, zuerst über die Lösung regionalregionalgesellschaftlicher Probleme profilieren, bevor sie in Amt und Vergütung über landes- zu nationalgesellschaftlich relevanten Gremien aufsteigen können.
bemessen werden könnte das ganze durch objektive Medien und ausgeführt durch öffentlich zugängliche Webseiten, in denen Bürger kompetente Antworten und Hilfestellung zu öffentlichen Anliegen, Hinweise zu deren Sammlung und Möglichkeiten der direkt relevanten Unterstützung durch direkte TEILNAHME(!) erhalten.
eine volksnahe demokratische Politik kann nur durch eine neue politische Struktur entstehen und die, ist meiner Ansicht nach parteilos, pragmatisch und vor allen Dingen aufgrund öffentlicher Kontrolle unkorrumpierbar und wäre dank der Technik heute sogar leicht realisierbar.
:Und hier gilt die Antwort, die orbitter gab: Mehr - nicht aber ultimative - direkte Demokratie. Denn genauso, wie das jetzige fast absolute Schwarz katastrophal ist, wäre auch das absolute Weiß in Form universeller Basisdemokratie schlicht zerstörerisch.
ich glaube in einer zukünftigen Form einer direkten Demokratie gäbe es kein schwarz-weiß-denken und somit auch keine Polarisierung mehr in der gewohnten Form des Streiten unter dem Einfluss politischer Ideologien, sondern dann in konkreten öffentlichen Anliegen und die Diskussion darum wäre stets sachbezogen und ideologiefrei.
ich sehe, daß genau das ein großes Problem ist, daß sich noch so gut wie niemand parteilose Politik vorstellen kann, obwohl jeder weiß, daß das Parteiwesen Demokratie blockiert und stets kurzzeitig wechselnde Regierungskoalitionen mit Deutschlands Steuergeldern verantwortungslos umgehen.
es muß jemanden geben, der den Anfang macht. ich hatte an anderer Stelle schon einmal dafür plädiert eine Partei zu gründen, deren vorrangiges Ziel im Programm ist das Parteiwesen zugunsten einer direkten Demokratieform aufzulösen. das halte ich für intelligent und konsequent und würde diese Bewegung unterstützen.
Autor: gavia
Stets sachbezogen und ideologiefrei? Never ever.
:ich glaube in einer zukünftigen Form einer direkten Demokratie gäbe es kein schwarz-weiß-denken und somit auch keine Polarisierung mehr in der gewohnten Form des Streiten unter dem Einfluss politischer Ideologien, sondern dann in konkreten öffentlichen Anliegen und die Diskussion darum wäre stets sachbezogen und ideologiefrei.Ich fürchte, da überschätzt du die Menschen im Allgemeinen und ihr Interesse an den verschiedenen öffentlichen Anliegen im Besonderen. Wären demzufolge Volksentscheide, an denen sich weniger als 40% der wahlberechtigten Bevölkerung beteiligen, demokratischer?
Ideologiefreie Diskussionen wirst du ohnehin nicht erreichen, denn selbst wir, die in diesem Forum diskutieren, sind nicht frei davon. Woher nimmst du also diesen Euphemismus?
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