23.09.09 12:31 Uhr
Autor: leacandela
Welche Partei schafft hier Abhilfe?
Lesen Sie doch bitte diesen Artikel:http://www.tagesanzeiger.ch/wirtschaft/konjunktur/Deutsche-finanzieren-unsere-Spitaeler-mit/story/24867273
Welche Partei wird hier wohl Abhilfe schaffen? Oder ist das gar nicht nötig?
Alle Beitäge in diesem Diskussionsfaden
| Beiträge | Autor | Datum |
|---|---|---|
| Welche Partei schafft hier Abhilfe? | leacandela | 23.09.09 12:31 Uhr |
| Das zozialverträgliche Frühableben | Mediculus | 23.09.09 22:18 Uhr |
| besser auswandern, als Steine schmeissen | Majoran | 24.09.09 04:06 Uhr |
| Für alle, die dem Link nicht nachgehen wollen: | leacandela | 25.09.09 12:57 Uhr |
| Vielen Dank... | Mediculus | 25.09.09 17:53 Uhr |
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Autor: Mediculus
Das zozialverträgliche Frühableben
:Lesen Sie doch bitte diesen Artikel::
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:http://www.tagesanzeiger.ch/wirtschaft/konjunktur/Deutsche-finanzieren-unsere-Spitaeler-mit/story/24867273
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:Welche Partei wird hier wohl Abhilfe schaffen? Oder ist das gar nicht nötig?
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Tut mir leid, aber links gehe ich grundsätzlich nicht nach. Was Sie zur Diskussion stellen, sollten Sie auch formulieren.
Aber zum Thema: es darf niemanden wundern, daß der Arztberuf systematisch unattraktiv gemacht wird. Wenn man sich die demographische Alterspyramide ansieht, muß klar sein, daß das bisherige Renten,-Sozial,-und Gesundheitssystem nicht mehr auf herkömmliche Weise finanziert werden kann. Da aber von den etablierten Politikern niemand am System auch nur die kleinste Veränderung vornehmen will, gibt es nur einen Weg: den der drastischen Verschlechterung unseres Versorgunssystems für den Durchschnittsbürger. Der ehemalige Ärztekammerpräsident Prof. Karsten Vilmar hat das politische Ziel benannt: "Das sozialvertägliche Frühableben". Je weniger Menschen über viele Jahre ihre Rente genießen können, umso mehr spart der Staat an Sozialausgaben. Zwar wird unabhängig davon massiv Luxusmedizin gefördert wie etwa die Reproduktionsmedizin, die Ersatzteilchirurgie und die kosmetische Chirurgie. Aber das wird ja bestens honoriert und ist ein boomender Markt ohne trübe Aussichten. Die jungen Mediziner dürfen für Appel und Ei rund um die Uhr höchstwertige Arbeit leisten, um dann auch noch mit Budgets, Regressen und drastischen Personaleinsparungen geknechtet zu werden. Ab in Ausland ist für viele die einzige Aussicht, ihren Beruf in befriedigender Weise ausüben zu können.
Mediculus
Autor: Majoran
besser auswandern, als Steine schmeissen
ich kann hier nur einen kleinen Beitrag als Betroffener leisten. ich bin zwar kein Mediziner, aber ich war bis 2002 über sechs Jahre lang leitender Angestellter im Bereich Vertrieb für eine IT-Firma.wenn hochqualifizierte Kräfte ins Ausland auswandern hat das meist wirtschaftliche Gründe. aber ob wirtschaftliche Gründe oder wie in meinem Fall, Neugier auf das Leben in einer fremden Kultur, es gibt Gründe und das sind Mißstände in der BRD.
Sie fragen nach Abhilfe? ich denke, der Umstand der Abwanderung von Fachkräften wird von den etablierten Parteien durchweg billigend in Kauf genommen. es ist doch ohnehin mehr als deutlich, daß die Förderung von Intellekt und Eigeninitiative in Deutschland von Staatsseite blockiert, anstatt gefördert wird.
ich habe einem amerikanischen Geschäftspartner mal die Einkommensbesteuerung und die Steuersätze in Deutschland erklärt. auch wenn er gleich verstanden hat, daß hierdurch die medizinische Versorgung größtenteils mit abgedeckt ist, war seine Reaktion eindeutig: "Are you guys mad?"
heute lebe ich in Asien, betreibe seit sechs Jahren eCommerce im Bekleidungsartikelversandbereich, habe eine offizielle Firma hier und zahle auf mein jährliches Bruttoeinkommen von ca. 30.000€ ganze 660€ Steuern inklusive Arbeitserlaubnis. dies erlaubt mir monatlich rund 500-600€ zu sparen, während ich da lebe, wo andere einen tropisch-exotischen Urlaub machen. zugegeben, das funktioniert natürlich nur, wenn man sein eigenes Ding macht und nicht auf der Suche nach einer Anstellung ist.
aber dazu im Vergleich Deutschland? kaum Förderung von Start zur berufl. Selbständigkeit, zu hohe Besteuerung und Reglementierung und Bevormundung wo es nur geht plus Stellenabbau in fast allen Branchen.
wen wundert es, daß Fachkräfte aller Bereiche außerhalb Deutschlands viel leichter das Glück finden, das sie voher lange schon daheim gesucht haben?
Autor: leacandela
Für alle, die dem Link nicht nachgehen wollen:
Deutsche finanzieren unsere Spitäler mitVon Alex Hämmerli.
Die Schweiz profitiert von eingewanderten Ärzten – insbesondere aus Deutschland. Die Rechnung dafür zahlt die deutsche Allgemeinheit.
Die Schweiz lockt immer mehr deutsche Ärzte an. 2008 arbeiteten über 3500 von ihnen in hiesigen Spitälern. Mittlerweile stellen sie weit mehr als die Hälfte der ausländischen Humanmediziner (siehe Grafik). Im Universitätsspital Zürich beispielsweise sind derzeit über 80 Prozent der ausländischen Kaderärzte Deutsche.
Für Deutschland ist das ein grosses Problem. Für die hohen Ausbildungskosten erhält der deutsche Staat keinen Gegenwert, wenn die Ärzte gleich nach Ausbildungsende ins Ausland ziehen. Wie hoch diese Kosten sind, hat das Institut für Wirtschaftsforschung an der Universität München (Ifo) jetzt berechnet.
Hohe Einbussen
Eine 30-jährige Ärztin, die während ihrer Fachausbildung das Land verlässt, zuvor nur wenig Steuern und Sozialabgaben gezahlt hat und von einer kostenlosen Ausbildung profitieren konnte, belastet die Allgemeinheit mit 436'000 Euro. Bliebe sie in Deutschland, würde sie über ihre gesamte Lebenszeit einen positiven Beitrag von 639'000 Euro leisten. Per Saldo entgehen dem deutschen Staat damit Einnahmen von 1,075 Millionen Euro. Fazit der Studie: «Die Auswanderung (...) verursacht erhebliche Belastungen der öffentlichen Haushalte und Sozialkassen.»
Damit wird klar, wie stark die Schweiz von den aus Norden zugewanderten Ärzten profitiert: keine Ausbildungskosten, dafür Steuereinnahmen und Beiträge an die Sozialversicherungen.
Das Bundesamt für Gesundheit geht davon aus, dass jeder Medizinstudent in der Schweiz den Fiskus im Laufe der Ausbildung im Schnitt 720'000 Franken kostet. Für die Weiterbildung zum Facharzt kommt schnell einmal noch eine halbe Million hinzu. Hätte man die deutschen Mediziner an hiesigen Universitäten ausbilden müssen, hätte dies das Budget von Bund und Kantonen mit geschätzten 4 Milliarden Franken belastet.
Teurere Ausbildung in der Schweiz
Auch wenn die Ausbildungskosten zwischen den beiden Ländern nicht ganz vergleichbar sind, weil die Erhebungsmethoden abweichen: Max Giger, Präsident des Schweizerischen Instituts für medizinische Weiter- und Fortbildung (SIWF), ist überzeugt, dass die Ausbildung in Deutschland um einiges günstiger ist als in der Schweiz. Und das ohne grössere Abstriche in der Qualität. Die Kosten der Ausbildung von Doktoren ins Ausland abzuwälzen, hält Giger für bedenklich. Er weist darauf hin, dass ein grosser Teil der aus Deutschland abwandernden Ärzte durch Fachleute aus Osteuropa ersetzt wird. Dort wiederum klaffe nun eine Lücke im Gesundheitswesen. «In Rumänien verlassen fast 40 Prozent der Ärzte das Land direkt nach dem Studium», verdeutlicht Giger.
Ansetzen müsse man einerseits bei den Kapazitäten. Die nationale Strategie des Wissenschaftsrats aus dem Jahr 2006 sieht vor, die Studienplätze um 20 Prozent zu erhöhen. Die Schweizer Universitäten passen ihr Angebot entsprechend in kleinen Schritten an. Für Giger ist das zu wenig. «120 Schweizer Ärzte mehr pro Jahr bringen uns nicht viel weiter.» Die Universitäten müssten zusätzlich die Effizienz der Studiengänge erhöhen: «672 Diplome bei einer Aufnahmekapazität von 800 Medizinstudenten an den schweizweit fünf Fakultäten sind schlicht zu wenig. Die Universitäten sollten einen Output von über 90 Prozent erreichen», kritisiert Giger. Für FDP-Ständerat Felix Gutzwiller reicht die Aufstockung um 20 Prozent ebenfalls nicht aus. «30 Prozent sind das absolute Minimum. Dies würde unser Bildungssystem allerdings massiv verteuern.» Doch das, so ist sich der Gesundheitspolitiker gewiss, dürfte auf Widerstand in der Politik stossen.
Politik will reagieren
Auch in Deutschland ist die Politik gefordert, wie die Autoren der Ifo-Studie schreiben: «Unsere Berechnung zeigt, wie wichtig es ist, die Abwanderung (...) zu verhindern. Dafür muss die Politik durch die Gestaltung des Steuer- und Abgabensystems die richtigen Anreize schaffen. In Anbetracht der zunehmenden Zahl von qualifizierten Auswanderern besteht dafür ein hoher Handlungsbedarf», schreibt Christian Holzner, Ifo-Bereichsleiter «Sozialpolitik und Arbeitsmärkte».
(Tages-Anzeiger)
Erstellt: 21.09.2009, 04:00 Uhr
Autor: Mediculus
Vielen Dank...
:Deutsche finanzieren unsere Spitäler mit:Von Alex Hämmerli.
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:Die Schweiz profitiert von eingewanderten Ärzten – insbesondere aus Deutschland. Die Rechnung dafür zahlt die deutsche Allgemeinheit.
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:Die Schweiz lockt immer mehr deutsche Ärzte an. 2008 arbeiteten über 3500 von ihnen in hiesigen Spitälern. Mittlerweile stellen sie weit mehr als die Hälfte der ausländischen Humanmediziner (siehe Grafik). Im Universitätsspital Zürich beispielsweise sind derzeit über 80 Prozent der ausländischen Kaderärzte Deutsche.
:Für Deutschland ist das ein grosses Problem. Für die hohen Ausbildungskosten erhält der deutsche Staat keinen Gegenwert, wenn die Ärzte gleich nach Ausbildungsende ins Ausland ziehen. Wie hoch diese Kosten sind, hat das Institut für Wirtschaftsforschung an der Universität München (Ifo) jetzt berechnet.
:Hohe Einbussen
:Eine 30-jährige Ärztin, die während ihrer Fachausbildung das Land verlässt, zuvor nur wenig Steuern und Sozialabgaben gezahlt hat und von einer kostenlosen Ausbildung profitieren konnte, belastet die Allgemeinheit mit 436'000 Euro. Bliebe sie in Deutschland, würde sie über ihre gesamte Lebenszeit einen positiven Beitrag von 639'000 Euro leisten. Per Saldo entgehen dem deutschen Staat damit Einnahmen von 1,075 Millionen Euro. Fazit der Studie: «Die Auswanderung (...) verursacht erhebliche Belastungen der öffentlichen Haushalte und Sozialkassen.»
:Damit wird klar, wie stark die Schweiz von den aus Norden zugewanderten Ärzten profitiert: keine Ausbildungskosten, dafür Steuereinnahmen und Beiträge an die Sozialversicherungen.
:Das Bundesamt für Gesundheit geht davon aus, dass jeder Medizinstudent in der Schweiz den Fiskus im Laufe der Ausbildung im Schnitt 720'000 Franken kostet. Für die Weiterbildung zum Facharzt kommt schnell einmal noch eine halbe Million hinzu. Hätte man die deutschen Mediziner an hiesigen Universitäten ausbilden müssen, hätte dies das Budget von Bund und Kantonen mit geschätzten 4 Milliarden Franken belastet.
:Teurere Ausbildung in der Schweiz
:Auch wenn die Ausbildungskosten zwischen den beiden Ländern nicht ganz vergleichbar sind, weil die Erhebungsmethoden abweichen: Max Giger, Präsident des Schweizerischen Instituts für medizinische Weiter- und Fortbildung (SIWF), ist überzeugt, dass die Ausbildung in Deutschland um einiges günstiger ist als in der Schweiz. Und das ohne grössere Abstriche in der Qualität. Die Kosten der Ausbildung von Doktoren ins Ausland abzuwälzen, hält Giger für bedenklich. Er weist darauf hin, dass ein grosser Teil der aus Deutschland abwandernden Ärzte durch Fachleute aus Osteuropa ersetzt wird. Dort wiederum klaffe nun eine Lücke im Gesundheitswesen. «In Rumänien verlassen fast 40 Prozent der Ärzte das Land direkt nach dem Studium», verdeutlicht Giger.
:Ansetzen müsse man einerseits bei den Kapazitäten. Die nationale Strategie des Wissenschaftsrats aus dem Jahr 2006 sieht vor, die Studienplätze um 20 Prozent zu erhöhen. Die Schweizer Universitäten passen ihr Angebot entsprechend in kleinen Schritten an. Für Giger ist das zu wenig. «120 Schweizer Ärzte mehr pro Jahr bringen uns nicht viel weiter.» Die Universitäten müssten zusätzlich die Effizienz der Studiengänge erhöhen: «672 Diplome bei einer Aufnahmekapazität von 800 Medizinstudenten an den schweizweit fünf Fakultäten sind schlicht zu wenig. Die Universitäten sollten einen Output von über 90 Prozent erreichen», kritisiert Giger. Für FDP-Ständerat Felix Gutzwiller reicht die Aufstockung um 20 Prozent ebenfalls nicht aus. «30 Prozent sind das absolute Minimum. Dies würde unser Bildungssystem allerdings massiv verteuern.» Doch das, so ist sich der Gesundheitspolitiker gewiss, dürfte auf Widerstand in der Politik stossen.
:Politik will reagieren
:Auch in Deutschland ist die Politik gefordert, wie die Autoren der Ifo-Studie schreiben: «Unsere Berechnung zeigt, wie wichtig es ist, die Abwanderung (...) zu verhindern. Dafür muss die Politik durch die Gestaltung des Steuer- und Abgabensystems die richtigen Anreize schaffen. In Anbetracht der zunehmenden Zahl von qualifizierten Auswanderern besteht dafür ein hoher Handlungsbedarf», schreibt Christian Holzner, Ifo-Bereichsleiter «Sozialpolitik und Arbeitsmärkte».
:(Tages-Anzeiger)
:Erstellt: 21.09.2009, 04:00 Uhr
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...für Ihre Mühe, den link nun nach hier transponiert zu haben. Ein interessanter Aspekt des Auswanderungsphänomens aus schweizerischer Sicht, sicherlich. Dieser Artikel behandelt allerdings nicht die Gründe für die Auswanderung, sondern nur die Auswirkungen im Bereich theoretischen volkswirtschaftlichen Schadens.
Vergessen wurde dabei jedoch, auf die Einsparungen hinzuweisen, die eine schlechtere Ärzteversorgung = schlechtere medizinische Versorgung der Bevölkerung durch füheres Sterben vieler alter Menschen bedeuten kann. Auch das natürlich theoretisch. Aber ich glaube sicher, daß die Überalterung unserer Gesellschaft unseren konservativen Politikern sehr wohl schmackhaft macht, vom "sozialverträglichen Frühableben" - und den dadurch erwirtschafteten Einsparungen an Renten und Sozial,-und Gesundheitskosten zu träumen.
Die seit etwa 20 Jahren ständig verschlechterten Bedingungen
ökonomischer und struktureller Art in Ausbildung und Berufsausübung der Ärzte in Deutschland, sind kein Zufallsprodukt, sondern systematisch gewollt.
Mediculus
Mediculus
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